Kostenpflichtiges TV im Spital nervt

Wer im Spital liegt, hat viel Zeit. Da schaltet man gerne mal den Fernseher ein. Doch ein «Espresso»-Aufruf hat gezeigt: Viele ärgern sich über die hohen TV-Gebühren. Die Spitäler finden die Kosten in Ordnung. Schliesslich trage das Gerät nicht nur Genesung bei.

Ein Spitalbett aus der Froschperspektive

Bildlegende: Wer das Spitalbett hüten muss, ist froh um etwas Ablenkung, beispielsweise mit Fernsehen. Colourbox

In vielen Spitälern müssen Patienten, die telefonieren möchten, tief in die Tasche greifen. «Espresso» hat darüber berichtet. Doch nicht nur das Telefonieren ist teuer. Auch die Kosten für die Fernseh-Nutzung geben immer wieder Anlass für Ärger.

«Das Stadtspital Waid schaltet den Fernseher im Zimmer nicht ein, bis man fünf Franken bezahlt», reklamiert «Espresso»-Hörer Walter Künzler aus Zürich. Und auch Walter König ärgert sich über den Betrag, den er in der Reha-Klinik in Bad Zurzach zahlen musste: «Fünf Franken finde ich happig.»

Auf die Gebühren – die in beiden Fällen bei zusatzversicherten Patienten wegfallen – angesprochen, argumentieren die Spitäler unterschiedlich.

Therapie statt Fernsehen

«Wir begründen die Gebühr damit, dass der Fernseher keine gesundheitliche Dienstleistung ist», so das Stadtspital Waid. Zudem gäbe es für allgemeinversicherte Patienten Gemeinschaftsräume mit TV-Geräten.

In der Reha-Klinik Bad Zurzach möchte man die Patienten möglichst ohne TV unterhalten. «Wir wollen unsere Patienten wieder mobil machen, es gibt Therapien den ganzen Tag und unser Bad», sagt Martin Restle, Geschäftsführer Services.

Deshalb habe die Reha-Klinik gar kein Interesse daran, dass die Patienten den gesamten Tag hindurch Fernsehen schauen.