Paraplegiker-Stiftung: Neue Vorwürfe gegen Zäch

Neuer Ärger für Guido A. Zäch, CVP-Nationalrat und Präsident der Schweizer Paraplegiker-Stiftung sowie der Gönnervereinigung der Paraplegiker-Stiftung: Kassensturz enthüllt einen neuen Fall eines umstrittenen Wohnungsverkaufs.

Video «Neue Vorwürfe gegen Zäch» abspielen

Neue Vorwürfe gegen Zäch

18 min, aus Kassensturz vom 6.11.2001

Die Basler Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich nächstes Jahr Anklage gegen Zäch erheben. Staatsanwalt Markus Melzl bestätigt die drohende Anklage: "Wir haben umfangreiches Material beschlagnahmt und gesichtet. Die Ermittlungen laufen zwar noch, doch nach aktuellem Stand werden wir aller Voraussicht nach Anklage erheben."

Verwandte bevorzugt

Zur Erinnerung: Im April 2000 dokumentierte Kassensturz umstrittene
 Immobilien-Geschäfte von Guido A. Zächs Paraplegikerstiftung.
 Der Vorwurf: Verwandte und Bekannte seien bei Immobilien-Geschäften bevorzugt und Millionen Franken Stiftungsgelder schlecht investiert worden - unter anderem in Hotels. Dies trotz Kritik aus den eigenen Reihen und entgegen einem Stiftungsratsbeschluss aus dem Jahr 1991, der klar besagt, dass „Investitionen in Hotels“ zu meiden seien.

Nur drei Monate nach der Kassensturz-Sendung verkaufte die Stiftung eine Wohnung an der Museggstrasse 48 in Luzern einer Angestellten des Paraplegiker-Zentrums für 300 000 Franken. Ungewöhnlich: Die Wohnung wurde nie ausgeschrieben. Gemäss dem Luzerner Schatzungsamt ist die Wohnung rund 600 000 Franken wert. Auf den gleichen Preis kommen auch andere Schätzungen. Guido A. Zäch erachten diesen Preis als zu hoch und bestreitet, mit dem Verkauf etwas zu tun gehabt zu haben.

Erstmals lässt sich nun auch beim Verkauf des Hotel Engel im solothurnischen Dornach der erlittene Verlust genau beziffern. Auf Zächs Anweisung hat die Gönnervereinigung der Paraplegiker-Stiftung in das Hotel Engel seit dem Kauf 1987 rund 15 Millionen Franken investiert. Jetzt hat es der Basler Treuhänder Beat Privat für weniger als 4 Millionen Franken gekauft. Das heisst: Die Gönnervereinigung hat hier laut Schätzungen von Fachleuten rund 11 Millionen Franken verloren.