Salmonellen in Crevetten: «Leckerbissen» aus der Kloake

Crevetten von Schweizer Grossverteilern sind mit Salmonellen und Fäkalbakterien verseucht. Das zeigen Laboruntersuchungen im Auftrag von «Kassensturz». Die unappetitlichen Befunde sind eine Folge der unhygienischen Massenproduktion in Asien.«Kassensturz» geht vor Ort.

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Salmonellen in Crevetten: «Leckerbissen» aus der Kloake

7:47 min, aus Kassensturz vom 10.9.2013

«Kassensturz» hat zwölf verschiedene Crevetten-Produkte untersuchen lassen. Erschreckend: In zwei Proben wurden Salmonellen oder andere gefährliche Erreger gefunden. Betroffen ist unter anderem die Marke «Pelican» der Migros. Experten raten bei Crevetten in der Küche zu Vorsichtsmassnahmen.

Früher waren Crevetten noch eine Delikatesse, heute sind sie Massenware. Selbst in Discountern gibt es mittlerweile eine grosse Auswahl. «Kassensturz» hat zusammen mit der Westschweizer Konsumentensendung «A Bon Entendeur» in einem Labor zwölf verschiedene Angebote an Riesen-Crevetten untersuchen lassen.

Viele Bakterien

Das Ergebnis ist alles andere als appetitlich: In zwei Proben fand das Labor sehr viele Bakterien: Salmonellen, E.Coli, Vibrio Vibrio Parahaemolyticus und Staphylokokken. Diese können starke Übelkeit und Durchfall hervorrufen.

Gefunden wurden die gefährlichen Erreger in der tiefgekühlten Packung der Marke Eden Shrimps aus dem Supermarkt Aligro. Dieser ist vor allem in der Westschweiz bekannt. Es gibt jedoch auch eine Filiale in Schlieren. Aligro nahm die Riesen-Crevetten aus dem Sortiment.

Migros lässt getestetes Produkt im Regal

Auch bei der Marke «Pelican» der Migros fand das Labor gefährliche Bakterien. Die Crevetten sind aber weiterhin erhältlich. Es handle sich um rohe Crevetten. Diese würden vor dem Essen gekocht, sagt Mediensprecherin Monika Weibel. Das töte jeweils die krankmachenden Bakterien ab.

Zudem habe man eigene Tests durchgeführt: «Das Kantonslabor Zürich bestätigte uns, dass keine Massnahmen nötig sind aufgrund unserer Tests. Wir konnten keine Salmonellen im essbaren Teil der Crevetten nachweisen.»

Greenpeace: «Konventionelle Zucht ist problematisch»

Drei Viertel der in der Schweiz verkauften Crevetten kommen aus Südostasien wie beispielsweise Thailand und Vietnam. Davon stammen die meisten aus konventioneller Zucht.

Das heisst: In riesigen künstlich angelegten Becken werden die Crevetten gemästet und täglich mit Fischmehl und Chemie gefüttert. Sie erhalten Wachstumsbeschleuniger, Pestizide und Antibiotika, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern.

Konventionelle Zucht sei sehr problematisch, nicht bloss für die Crevetten, sondern auch für die Umwelt, sagt Andrea Rid von Greenpeace Schweiz.

Bei der Massenzucht vegetieren die Crevetten sehr eng beieinander zum Teil sogar übereinander. «In den Wasserbecken leben zum Teil sieben bis achtmal mehr Tiere als überhaupt tiergerecht wäre.» Für die Ernte der Crevetten werden die Teiche mit riesigen Pumpen abgesaugt. Das Wasser gelangt ungefiltert ins Meer.

Und Bio-Crevetten?

Grundsätzlich seien Bio-Crevetten sicher besser, weil keine Chemikalien benutzt würden, sagt Andrea Rid von Greenpeace Schweiz. Aber auch hier sei Vorsicht geboten: «Man sollte darauf achten woher genau die Crevetten stammen und welche Zuchtmethode angewandt wurde.»

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Crevette

Bildlegende: Colourbox

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