«Schützen Sie die Atemwege vor Wohngift»

Bei Arbeiten in den eigenen vier Wänden können giftige Stoffe in die Raumluft gelangen. Der Wohngiftexperte rät deshalb, insbesondere bei staubiger Arbeit nie ohne Schutzmaske zu arbeiten. Denn gerade Schleifarbeiten an alten Dachbalken oder Täfer können ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.

Heimwerker, die gerne selbst an ihren eigenen vier Wänden werkeln, sollten einige Sicherheitsmassnahmen beachten. Denn nicht an allen Baustoffen kann bedenkenlos gearbeitet werden. Vor allem bei asbesthaltigen Materialien sollte man in vielen Fällen nur Profis ans Werk lassen.

«Asbest ist bei Umbauten sicher das häufigste und bedeutendste Problem», sagt Roger Waeber von der Fachstelle Wohngifte des Bundesamts für Gesundheit (siehe Artikel «Asbest: So vermeiden Sie böse Überraschungen»).

Problemzone Dachstock

Es gibt jedoch auch andere Materialien, die gesundheitliche Risiken bergen: So können etwa alte Dachbalken oder Täfer mit Pentachlorphenol (kurz PCB) belastet sein, einem Stoff, der früher oft in Holzschutzmitteln verwendet wurde und der im Verdacht steht, das sogenannte Holzschutzmittel-Syndrom auszulösen. Bei diesem klagen Betroffene etwa über Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Herzrhythmusstörungen.

PCB verdampft ganz langsam und wird so konstant in die Raumluft abgegeben. «Wenn Sie also einen bislang ungenutzten Dachstock zu einem Wohnraum umfunktionieren», sagt Wohngift-Experte Waeber, «dann kann die Raumluft mit PCB belastet werden».

Schleifstaub vermeiden

Daher sollte man vor einem Umbau unbedingt klären, ob die Dachbalken oder die Täfer-Decke mit einem PCB-haltigen Mittel behandelt sind. Und wenn das so ist, sind Lösungen gefragt, um eine Belastung der Raumluft zu verhindern. «Vor allem sollte man nicht ohne entsprechende Abklärung einfach mit Abschleifen beginnen», rät Roger Waeber. Denn dadurch entstehe eine Menge Schleifstaub, der wiederum zu einer gesundheitlichen Belastung werden könne.

Überhaupt gelte bei staubigen Arbeiten: «Nur mit Schutzmaske! Diese Arbeiten finden in der Regel direkt vor dem Gesicht statt – daher sollte man unbedingt die Atemwege schützen.»

Farben und Lacke richtig anwenden

Beim Heimwerken lauern aber punkto Wohngifte auch noch andere Gefahren: So belasten etwa Lacke und Farben beim Trocknen die Raumluft in den ersten Wochen ziemlich stark. Daher ist regelmässiges Lüften angezeigt. Wer die Belastung möglichst gering halten will, wählt emissionsarme oder sogar emissionsfreie Produkte.

BAG-Experte Roger Waeber rät zudem: «Entscheidend ist die richtige Anwendung – so sind beispielsweise nicht alle Produkte für alle Untergründe geeignet. Und wenn Sie etwa Parkettöl zu dick auftragen, kann es nicht richtig austrocknen und sorgt für eine langanhaltende Belastung der Raumluft.»

Die Schweizer Stiftung Farbe teilt Farben und Lacke mit der Umwelt-Etikette in sieben Kategorien ein. Diese geben Auskunft über Eigenschaften und über die Anwendung des Produkts. Die Kategorien zeigen zudem an, ob ein Produkt sogenannt flüchtige oder schwerflüchtige Stoffe enthält, welche die Raumluft belasten.

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Die richtige Farbe

Schweizer Stiftung Farbe
www.stiftungfarbe.org