Streit um Geschäft mit Medikamenten

Um das Milliardengeschäft mit rezeptfreien Medikamenten tobt ein erbitterter Kampf. Die Schweizer Versandapotheke «Zur Rose» bietet übers Internet viele Medikamente deutlich günstiger an als Laden-Apotheken. Dem Apothekerverband ist das Verkaufssystem von «Zur Rose» ein Dorn im Auge.

Eine Versandapotheke darf alle Medikamente nur gegen Rezept verkaufen. So auch Wundsalben, stärkere Vitaminpräparate oder Kopfweh-Tabletten, welche in einer Laden-Apotheke rezeptfrei erhältlich sind.

Die Versandapotheke «Zur Rose» erfüllt diese gesetzliche Vorgabe so: Der Kunde füllt im Internet zusammen mit der Bestellung einen Fragebogen zu seiner Gesundheit aus.

Arztrezept übers Internet

Dies wird von einem Apotheker und einem Arzt kontrolliert. Der Arzt stellt daraufhin das erforderliche Rezept aus. Der Apothekerverband «Pharmasuisse» bezeichnet dieses Vorgehen als unseriös.

Hauptkritikpunkt des Apothekerverbands: Bei der Versandapotheke sei die Patientensicherheit nicht gewährleistet. «Es fehlt der direkte, persönliche Kundenkontakt.

Versandapotheke: «Wir sind maximal sicher»

Die individuelle Beratung falle beim Versandhandel völlig weg», so «Pharmasuisse»-Sprecher Karl Küenzi.

«Zur Rose»-Chef Walter Oberhänsli widerspricht: «Was wir machen ist maximal sicher. Bei uns ist ein Arzt in einen Prozess involviert, wo er normalerweise nichts damit zu tun hat.»

Normalerweise gehe ein Kunde in eine Apotheke und kaufe das rezeptfreie Medikament, das er wolle.

Der Kampf um das Milliardengeschäft mit rezeptfreien Medikamenten und deren Preise wird mit harten Bandagen ausgetragen.

Der Apothekerverband hat die unerwünschte Konkurrenz mit einer Reihe von Verfahren eingedeckt. Bislang wurde die Versandapotheke aber nie rechtskräftig verurteilt.

Arznei im Supermarkt

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