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Gesundheit Wie Rutsch-Unfälle verhindert werden

Je sorgloser die Menschen auf rutschigen Böden gehen, desto mehr Sorgen machen sich Fachleute: Die Beratungsstelle für Unfallverhütung berät Planer und Bauherren bei der Materialwahl und Pflege von Böden. Und sie misst den Gleitwiderstand mit einem speziellen Gerät. Damit wir sicher unterwegs sind.

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Legende: Mit diesem Gerät wird gemessen, wie rutschig ein Bodenbelag ist. SRF

Stürze sind die häufigste Unfallursache im Bereich Freizeit, Garten und Haushalt. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) registriert jährlich über 270‘000 solcher Unfälle.

Um Stürze auf rutschigen Bodenbelägen zu vermeiden, berät die bfu Planer, Bauherren und Betreiber von öffentlichen Anlagen. Und sie misst, wie rutschig zum Beispiel die Böden von Hallenbädern sind. «Espresso», das Konsumentenmagazin von Radio SRF 1, war bei einer solchen Messung dabei.

Für die Messung wird die Situation «Barfuss auf feuchtem Plattenboden simuliert»: Der Boden ist benetzt, das Messgerät zieht Gleiter aus Kunstleder und Silikon darüber und misst dabei den Gleitwiderstand.

Nach fünf Messungen druckt das Gerät die Resultate aus, zum Beispiel «0,32 My». «Das zeigt, dass der Boden rutschhemmend ist», erklärt bfu-Berater Markus Buchser.

Ein Fall für den Richter

Prüfperson auf schiefer Ebene
Legende: Die Gleitfestigkeit wird auch von trainierten Prüfpersonen mit einem Begehungsverfahren gemäss DIN 51130 ermittelt. zvg

Ist ein Boden rutschhemmendend oder nicht? Diese Frage interessiert bei einem Unfall auch die Richter. Gerade deshalb gewinnt sie auch für Planer an Relevanz. Bei der Auswahl von Bodenbelägen geht es darum, möglichst rutschhemmende Materialien zu wählen.

Dabei hilft ein Leitfaden, den die bfu in Zusammenarbeit mit der Suva, kantonalen Arbeitsinspektoraten und der Bodenbelags-Branche ausgearbeitet hat: die «Anforderungsliste Bodenbeläge». Die Wahl des richtigen Bodenbelags ist laut Markus Buchser wichtig, damit sei das Thema allerdings nicht erledigt.

Bodenpflege entscheidend

Ebenso wichtig wie die Materialwahl sei die richtige Pflege des Bodens, sagt der bfu-Berater. Er berichtet von einem Hallenbad, in dem ein an sich geeigneter Boden nach fünf Jahren rutschig wurde. Nur wegen falscher Pflege.

Die Folgen können ins Geld gehen: Der Boden muss künstlich aufgerauht oder im schlimmsten Fall ersetzt werden. Markus Buchsers Tipp: «Halten Sie sich an die Pflege-Empfehlungen des Herstellers oder des Lieferanten.»

Doch selbst wenn man den richtigen Bodenbelag wählt und diesen richtig pflegt: «Auch auf dem besten Boden kann man stürzen», sagt bfu-Berater Markus Buchser. Zum Beispiel, wenn noch etwas Rutschiges auf dem Boden ist – im Hallenbad Wasser, in der Küche zum Beispiel Mehl. Also aufgepasst beim Gehen.

1 Kommentar

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  • Kommentar von W. Nussbaum, 5024 Küttigen
    Rutsch-Unfälle Besuchen Sie einmal das Bad Schinznach. Sie kommen aus dem Wasser ein Treppchen hoch und stehen dann auf seifigen Keramikplatten und müssen wirklich sehr aufpassen um nicht zu stürzen. Mit einem Steller "Achtung Rutschgefahr" glauben die Verantwortlichen, sich aus der Haftung schleichen zu können. Wenn ich da trotz Vorsicht stürzen würde und eine Verletzung hätte, dann würde ich die Badbetreiber samt Architekt einklagen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten