Zusatzversicherungen: Massive Aufschläge

Sieben der zwölf grössten Krankenkassen haben die Prämien ihrer Zusatzversicherungen auf nächstes Jahr erhöht.

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Zusatzversicherungen: So wird gespart

9:36 min, aus Kassensturz vom 9.11.2010

Die Kostensteigerung im Gesundheitswesen ist auch bei den Zusatzversicherungen stark zu spüren: Sieben der zwölf grössten Krankenversicherer erhöhen ihre Prämien für Zusatzversicherungen. Das zeigt eine Untersuchung von Comparis. «Die Erhöhungen betreffen sowohl die kleinen ambulanten Versicherungen, wie auch die grossen Spital-Zusatzversicherungen», sagt Geschäftsführer Richard Eisler. «Die Zusatzversicherungen kosten 15 bis 20 Prozent mehr. Manchmal sind es auch über 30 Prozent.»

Prämie doppelt so hoch

Bei Hansruedi Wiesner und seiner Frau Annemarie sind die Prämienerhöhungen massiv. «Die neuen Prämien waren ein Schock für uns», sagt Wiesner. Für seine Spitalzusatzversicherung halbprivat zahlte er bisher 116 Franken. Neu kostet ihn die gleiche Versicherung 181 Franken, 55 Prozent mehr. Bei seiner Frau verdoppelt sich die Prämie gar von 88 auf 181 Franken.

Der Grund des Prämienanstiegs: Die Krankenkasse Sympany hat Wiesners alte Krankenkasse Xundheit übernommen. Sympany schreibt Kassensturz: «Die Xundheit hatte lange zu tiefe Prämien, welche die tatsächlichen Kosten nicht decken konnten.» Mit der Übernahme der Xundheit müsse Sympany nun entsprechende Prämienerhöhungen vornehmen. «Wir bedauern, dass viele ehemalige Xundheit-Versichterte einen ausserordentlich massiven Prämienanstieg verkraften müssen.»

Im Alter nicht mehr wechseln

Hansruedi Wiesner nützt diese Erklärung wenig. Als 67-Jähriger kann er seine Zusatzversicherungen nicht mehr wechseln. «Mir blieb nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beissen und diese Prämien zu zahlen oder zu kündigen», sagt er. Der Brief mit seiner Kündigung ist bereits auf der Post.

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