Autoersatzteile: Gleiches Produkt, doppelt so teuer

«Keine grosse Sache», denkt ein Volvo-Besitzer, als sein Garagist ein kleines Plastikteil auswechselt. Weit gefehlt: Verrechnet wird es mit 355 Franken! Obschon das gleiche Produkt im Internet bereits für 140 Franken bestellt werden kann. «Espresso» will wissen, wer da so viel Gewinn einstreicht.

Ein junger Automechaniker steht unter einem angehobenen Auto und arbeitet an der Radachse.

Bildlegende: Werden bei einer Reparatur Ersatzteile benötigt, dann wird meist zünftig Geld verdient. Colourbox

Als die Motor-Warnlampe seines Volvos aufleuchtet, fährt Jean-Pierre Fedier umgehend in seine Garage. Dort wird der Fehler schnell gefunden: Der sogenannte Benzindruck-Sensor hat den Geist aufgegeben. Das zündholzschachtel-grosse Plastikteil sieht einfach aus: «Ich hatte das Teil in der Hand und es sah wirklich nicht kompliziert aus, einfach ein billiges Ersatzteil», erinnert sich Jean-Pierre Fedier.

Billig ist wohl das falsche Wort. Denn als der Volvo-Fahrer die Reparatur-Rechnung sieht, traut er seinen Augen nicht: Nahezu 360 Franken soll er für das kleine Plastikteil berappen. Fedier ist überzeugt: «Dieses Teil kann nicht so viel kosten, das ist einfach nur Wucher.»

Er bezahlt die Rechnung, doch der Benzindruck-Sensor lässt ihm keine Ruhe. Er sucht im Internet und merkt schnell: Genau das gleiche Produkt gibt es in spezialisierten Online-Shops bereits für 140 Franken. Er ärgert sich: «Mir verrechnete man 355 Franken. Das ist einfach überrissen und dekadent.»

Preisvergleich im Internet lohnt sich

Jean-Pierre Fedier reklamiert bei Volvo Schweiz. Diese verteidigt die hohen Preise mit der Verfügbarkeit der Ersatzteile rückwirkend auf mindestens zehn Jahre, mit schnellen Lieferzeiten und einer Ersatzteilgarantie von 24 Monaten.

So kommt Volvo in ihrer Stellungnahme zum Schluss: «Die dadurch nötigen Aufwände unsererseits sowie die gewährleistete Qualitätsgarantie unserer Vertreter rechtfertigen unserer Überzeugung nach den erwähnten Ersatzteilpreis von 355 Franken.»

Jean-Pierre Fedier überzeugt das nicht. Er wird künftig genau prüfen, wo er sein Auto reparieren lässt und vorher abklären, was die Ersatzteile kosten. Und das empfiehlt sich auf jeden Fall: Bevor die Reparatur durchgeführt wird, kann es sich lohnen, einen Preisvergleich zu starten. Das Internet liefert dem Autofahrer dazu gewisse Anhaltspunkte.

Ein weiterer Tipp: Nicht alle Reparaturen fallen sofort an. Das Ersetzen einer Bremsscheibe oder Kupplung zum Beispiel lässt sich planen. Sprechen Sie mit Ihrem Garagisten. Der eine oder andere hilft Ihnen gerne beim Beschaffen eines günstigen Ersatzteils.

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