Beim Label «regional» denken auch Städter an Kühe

Eine Mehrheit der Konsumenten bevorzugt Produkte aus der Region. Aber was ist «die Region»? Eine Studie zeigt: Auch Städter denken bei diesem Begriff an Kühe und Sennen. Genau bei dieser Sehnsucht nach dem Ländlichen setzt die Werbung für Regionalprodukte an.

Ist «regional» das neue «bio»? Laut einer Studie sind mehr als 60 Prozent der Deutschschweizer bereit, für regionale Produkte mehr zu bezahlen. Für Bio-Produkte dagegen greifen nur 37 Prozent extra tief in die Tasche.

Und warum kaufen Konsumenten regionale Produkte? Auch das wollte die Agentur Goldbach Interactive mit ihrer Studie herausfinden. Die Antwort: 70 Prozent wollen das lokale Gewerbe unterstützen, 66 Prozent erwarten mehr Frische. Weitere Begründungen: Regionale Produkte seien gesünder, würden besser schmecken und weniger CO2 verursachen.

Appenzeller Bier ist für Zürcher ein Regionalprodukt

Interessant ist, dass selbst Städter beim Begriff «regional» an Kühe und Sennen denken. So bezeichnete eine deutliche Mehrheit der befragten Stadtzürcher Appenzeller Bier als regionales Produkt, die Freitag-Taschen aus ihrer eigenen Stadt dagegen nicht.

Das zeige, dass die Vorstellung von Regionalität nicht geografisch geprägt sei, sondern durch Emotionen wie Ländlichkeit, sagt Vera Tschan, Sprecherin von Goldbach Interactive. «Die Schweizer sehnen sich nach einer ländlichen Schweiz. Und die Werbung zeigt ihnen: Es gibt diese Schweiz.»

Für wirklich regionale Produkte genauer hinschauen

Wer also tatsächlich ein Produkt aus der eigenen Region kaufen und die lokale Wirtschaft unterstützen will, sollte sich nicht von landidyllischer Werbung blenden lassen, sondern die Herkunftsdeklaration lesen oder den Verkäufer fragen.

Auch regionale Gütesiegel könnten eine Orientierungshilfe sein. Nur sind sie so zahlreich, dass viele Konsumenten den Überblick verlieren. Vier regionale Vermarktungsorganisationen haben sich nun immerhin einmal auf einheitliche Anforderungen geeinigt.