Das Kaufverhalten wird durch Düfte gesteuert

Konsumenten bleiben bis zu zehn Prozent länger in Läden, in denen sie der Duft anspricht. Dies haben Studien gezeigt. Düfte, ob real oder künstlich erzeugt, können demnach die Verkaufschancen erhöhen, sagt Andreas Herrmann, Professor für Marketing an der Universität St. Gallen.

Ein Decken-Duftgerät.

Bildlegende: Die Duftquellen sind näher als man denkt. Zum Beispiel im Decken-Duftgerät. SRF

«Wenn man sich an einem Ort wohlfühlt, verweilt man dort in der Regel länger. Düfte können das Wohlbehagen erhöhen und darum auch die Verweildauer in einem Laden verlängern», so Andreas Herrmann.

Es sei sicher kein Zufall, dass in immer mehr Lebensmittelabteilungen Backöfen aufgestellt sind, die den Duft von frischem Brot verströmen.

Künstliche Düfte zur Steigerung der Attraktivität

Läden, in denen spezielle Geräte künstliche Düfte verströmen, sind in der Schweiz gang und gäbe. In Amerika gehen die Anbieter laut Andreas Herrmann noch einen Schritt weiter.

Beim Regal mit Erdbeeren wird zusätzlich künstlicher Erdbeerduft versprüht, um die Attraktivität zu steigern.

Gerüche beeinflussen uns unbewusst

Auch die Autoindustrie hat das Duftmarketing für sich entdeckt. Neben dem Geruch von neuem Leder setzen gewisse Hersteller auf Leim, der besonders lange hat, bis er keinen Geruch mehr abgibt. Dieser Leim gibt den Autoinsassen lange Zeit die Illusion, sie seien in einem neuen Fahrzeug.

Laut Andreas Herrmann wirkt Duftmarketing meistens, ohne dass Konsumenten dies wahrnehmen: «Gerüche sind starke Reize. Aber sie gehen unreflektiert in unser Gehirn und beeinflussen unser Verhalten.»

Diskret in der Decke

Wie die Duftgeräte aussehen, und welche Läden sie benutzen, zeigte «Kassensturz» in einem Beitrag im Jahr 2007. Zum Artikel.

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Duftnote: Manipulierte Kunden im Warenhaus

7:21 min, aus Kassensturz vom 9.10.2007