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Konsum Dickes Geschäft mit Zeitschriften - schon in den 70er-Jahren!

Schweizer Leser mussten schon vor knapp 40 Jahren tief in die Tasche greifen für ausländische Magazine am Kiosk. Das zeigt «Espresso» mit einem Blick zurück. Bei den Preisüberwachern war das Thema schon immer auf der Agenda.

Legende: Audio Dickes Geschäft mit Zeitschriften - schon in den 70er-Jahren! abspielen. Laufzeit 4:30 Minuten.
4:30 min, aus Espresso vom 17.03.2015.

Coop geht neue Wege im Kampf gegen die hohen Preise für ausländische Zeitschriften und kickt die meistverkauften Titel kurzerhand aus dem Angebot. Preisüberwacher Stefan Meierhans begrüsst dieses Vorgehen.

Er versucht seit Jahren, die Verlage zu tieferen Preisen zu zwingen. Wie schon viele seiner Vorgänger.

Leon Schlumpf war der erste

Ende 1978 zog der damalige Preisüberwacher Bilanz über die letzten vier Jahre im Amt. Es war niemand geringerer als der spätere Bundesrat Leon Schlumpf. Er dachte in einer Sendung von Radio DRS über seine Erfolge, aber auch über seine Misserfolge nach.

Besonders hatte ihn das Thema der ausländischen Zeitschriften geärgert: «Diese Zeitschriften haben einfach den ganzen Aufwertungsgewinn in Deutschland für eine Margenverbesserung verwendet. Ich kann aber natürlich keine Verfügung nach Deutschland schicken.»

Damals entsprach eine Deutsche Mark rund 80 Rappen.

Joseph Deiss kritisierte 1995 das Gebaren der Kiosk AG

Fast 20 Jahre später, 1995, erwähnte der Preisüberwacher das Thema an seiner Jahrespressekonferenz. Damals war es Joseph Deiss, auch er späterer Bundesrat.

Die Neue Zürcher Zeitung schrieb damals: «Joseph Deiss erwähnte die Aufforderung der Kiosk AG an die Verlage, die Preise für Zeitungen und Zeitschriften generell um zwei Prozent zu erhöhen. Wer dieser Empfehlung nicht nachkommen wollte, berichtete der Preisüberwacher, dem drohte die Kiosk AG mit einer Margenkürzung.»

Dies sei ein Beispiel, wo es nicht gelungen sei, «überrissene Preiserhöhungen kartellistischen Ursprungs» zu verhindern.

Und die Berner Zeitung titelte 1999: «Fette Margen im Handel mit Zeitschriften». Und sie schrieb : «Hierzulande wird der Markt von einem Kartell regiert: Die Kiosk AG mit Geschäftssitz in Muttenz deckt die Deutsch-Schweiz und das Tessin (75 Prozent) ab, während die Naville SA die restlichen 25 Prozent in der Westschweiz beliefert.»

Bereits 1990 übernahm Valora die Kiosk AG

Die Geschichte der Valora geht bis ins Jahr 1905 zurück. Sie entstand aus dem Unternehmen «Schweizer Chocoladen & Colonialhaus», aus welchem die «Merkur AG» entstand.

In den 1990er Jahren wurde aus der Merkur Holding AG die Valora AG. Bereits 1990 erwarb die damalige Merkur AG die beiden grössten Kioskbetreiber in der Schweiz, die Kiosk AG und Schmidt-Agence.

«Keinen Einfluss auf den Heftlipreis»

Der Pressevertrieb der Valora wurde 2014 vom deutschen Pressegrossisten PVG übernommen. Dieser gründete dann für den Vertrieb von Magazinen und Zeitschriften für die Schweiz die «7Days Media Services AG».

Auf die Frage von «Espresso», ob 7Days nun die Protestaktion von «Coop» zum Anlass nimmt, ebenfalls Druck auf ausländische Verlage auszuüben, schreibt uns das Unternehmen: «Die Preisgestaltung erfolgt allein durch die Schweizer und die ausländischen Verlage. 7Days hat somit keinen Einfluss auf den Verkaufspreis.»

2 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Berta, Dietlikon
    Fairerweise sollte man auch einmal ein Deutsches Produkt mit einem vergleichbaren schweizerischen vergleichen: ich habe zum Beispiel die wöchentlich erscheinenden TV-Zeitschriften "TELE" und das deutsche "HÖR ZU" abonniert. Das deutsche Produkt ist mit einem Abo-Preis von CHF 161.20 immer noch fast CHF 30.00 billiger als das schweizerische TELE, welches mit CHF 189.00 zu Buche schlägt - trotz um einiges höherer Porto-Kosten!
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  • Kommentar von K. Räschter, Thurgau
    Schade, wurde dieser Schritt nicht schon viel früher und vorallem von allen Geschäften der Schweiz gegenüber diesen deutschen Abzocker-Verlagen gemacht. Ich finde zum Bsp. die Preise für Computer-Magazine (ca. EUR 7.-- und mehr !!!) schon in Deutschland viel zu teuer. Ich bin mir auch sicher, dass in Deutschland im Verhältnis zur Schweiz viel weniger solche Heftli gekauft werden, da die Preissensibilität dort höher ist. Darum ist der Schweizermarkt für diese Verlage nicht unwichtig.
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