Ein Massanzug, der nie geliefert wird

Die Firma Forone verspricht günstige Hemden und Anzüge aus Asien und kassiert dafür Geld. Geliefert wird die Ware aber nie. «Espresso» weiss von mehreren geprellten Kunden.

Massanzug mit Hemd und Kravatte an einer Schneiderpuppe

Bildlegende: Einige Forone-Kunden warten seit Monaten auf ihren Massanzug. Colourbox

«Bei einzelnen Kunden hatten wir in den letzten Monaten leider Lieferschwierigkeiten», gibt Firmengründer Dominic Olonetzky zu. Weiter habe eine Mitarbeiterin ungenügend gearbeitet, ergänzt Geschäftspartnerin Claudia Kobler. Dies seien die Gründe, weshalb die Kunden seit Dezember nichts mehr von Forone gehört hätten.

Firma während Studienzeit gegründet

Gegründet wurde das junge Unternehmen 2009 von vier Studenten der Universität St. Gallen. Zwei der Geschäftspartner sprangen jedoch bald wieder ab. «Es zeigte sich schnell, dass Olonetzky und Kobler die Firma anders führen wollten als ich», erklärt ein ehemaliger Geschäftspartner gegenüber «Espresso».

Wie es mit der Firma nun weitergehen soll, darüber ist sich das übriggebliebene Duo offenbar nicht einig.

«Wir arbeiten an einer Lösung, um unseren Kunden auch in Zukunft unseren Service anbieten zu können», sagt Dominic Olonetzky. Seine Geschäftspartnerin erwähnt jedoch gegenüber «Espresso», dass die Homepage auf Ende Woche geschlossen werde.

Kunden wollen Geld zurück

Marc Heuberger aus Chur (GR) kümmert sich nicht um solche Unstimmigkeiten. Er möchte lieber das Geld zurück, dass er der Firma bezahlt hat. «Nachdem man mich im letzten Herbst ausgemessen hat, zahlte ich für zwei Anzüge insgesamt 1680 Franken.»

Vier bis sechs Wochen gehe es, bis seine Kleider aus Asien da seien, versicherte Forone dem Bündner. Seither hat er weder sein Geld noch die versprochenen Anzüge gesehen. Seit Dezember herrscht seitens Forone Funkstille.

Forone sucht Lösung

«Wir werden selbstverständlich mit unseren Kunden rasch eine einvernehmliche Lösung anstreben», schreibt die Firma auf die Frage von «Espresso», welche Schritte als nächstes geplant seien.

Deshalb gibt auch Marc Heuberger die Hoffnung noch nicht auf, sein Geld zurück zu erhalten. «Für mich ist aber klar: Dies war das letzte Mal, dass ich etwas per Vorauskasse im Internet gekauft habe», versichert er.