Fust kauft sich positive Bewertungen

Wer sich bei Fust eine Küche oder ein Bad einbauen lässt, erhält nach dem Umbau einen Feedback-Fragebogen. Damit will Fust nach eigenen Angaben seinen Service verbessern. Für positive Rückmeldungen gibt’s Einkaufsgutscheine. Wer kritisiert, geht leer aus.

Es sind Fragen zu Beratung, Montage und Leistungen. Auf dem zweiseitigen Feedback-Fragebogen von Fust muss der Kunde mehrere Kästchen ankreuzen. Von «sehr zufrieden» bis «überhaupt nicht zufrieden».

Am Schluss fragt Fust: «Können Sie uns weiterempfehlen?». Wer hier ein ja ankreuzt erhält einen Einkaufsgutschein von Fust im Wert von 200 Franken. Wer das Kästchen mit nein ankreuzt, erhält keinen Gutschein.

200 Franken für positives Feedback

Die Art und Weise des Feedbacks nervt «Espresso»-Hörer Hans Steinberger aus Wiesendangen im Kanton Zürich. Er liess kürzlich sein Badezimmer durch Fust komplett umbauen.

«Damit will Fust möglichst viele positive Rückmeldungen erreichen», sagt Hans Steinberger. Zudem ist er im Dilemma. Denn mit dem Umbau ist der Hausbesitzer nicht zufrieden und müsste eigentlich ein nein ankreuzen. «Aber schliesslich geht es um einen 200 Franken-Gutschein».

Fust streitet ab

Weshalb kauft sich Fust mit ihrem Fragebogen positive Rückmeldungen? «Espresso» fragt nach. Fust antwortet nur schriftlich. In einem kurzen Mail schreibt Fust, dass sie dies schon seit längerer Zeit unter dem Motto «Kunden werben Kunden» praktizieren.

Fust behauptet weiter: «Ein Neukunde wird von einem bestehenden Kunden in unserer Erfahrung nur bei absoluter Zufriedenheit und unabhängig vom offerierten Gutschein empfohlen. Wir sehen daher den Zusammenhang mit der Beeinflussung durch den Gutschein nicht.»

Doch wie viele Leute ganz ehrlich sind und wirklich auf einen 200 Franken Einkaufsgutschein verzichten, ist höchst fraglich.