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Konsum Gepfefferte Ticketpreise für die Rolling Stones

Da verschlägt es manchem Rolling-Stones-Fan den Atem. Für das Konzert vom 1. Juni im Zürcher Letzigrund kostet das günstigste Ticket 164 Franken. In diversen Spezialkategorien steigen die Preise dann steil an bis auf 950 Franken! Für den Konzertveranstalter sind solche Preise gerechtfertigt.

Legende: Audio Gepfefferte Ticketpreise für die Rolling Stones abspielen. Laufzeit 06:55 Minuten.
06:55 min, aus Espresso vom 26.03.2014.

950 Franken kostet das sogenannte «Gala Dinner Package». Der günstigste Sitzplatz am Rolling-Stones-Konzert ist für 270 Franken zu haben. Ein Stehplatz nahe der Bühne kostet 314 Franken und das «Gold Hot Seat Package» knapp 700 Franken.

André Béchir vom Konzertveranstalter ABC Production, der sich das Schweizer Konzert der Rolling Stones gesichert hat, mag es nicht, wenn man «auf den Preisen herumreitet».

«Unsere Preise sind adäquat»

Die Preise seien nur wenig höher als beim Rolling-Stones-Konzert im Sommer 2006 in Dübendorf, sagt Konzertveranstalter André Béchir. Damals kostete ein Stehplatz 150 Franken, ein ungedeckter Sitzplatz 250 Franken und ein gedeckter 300 Franken.

Allerdings war im Preis das Bahnbillett inbegriffen und es gab nur eine teurere Spezialkategorie: über der Bühne für 1500 Franken. Für den Konzertveranstalter liegen die heutigen Preise damit im Vergleich durchaus im Rahmen.

«Die Rolling Stones gehören zur Champions League der Rockmusik», sagt André Béchir von ABC Production. Wenn man mit dem Ausland vergleiche, seien die Schweizer Ticketpreise adäquat.

Beim Tourneestart in London hätten die teuersten Plätze 1000 Franken gekostet und die Leute seien aus der ganzen Welt angereist. Die Band sei ihren Preis wert. Wo dieser liegt, bleibt geheim.

Tourneen sind immer aufwändiger

Die Ticketpreise für das Schweizer Rolling-Stones-Konzert werden nicht in erster Linie vom Konzertveranstalter bestimmt, sagt André Béchir: «Der Preis ist mit der Band abgestimmt.» Es sei keine billige Produktion.

Die Rolling Stones könnten nicht mehr jeden Tag auftreten, so Béchir. Im Durchschnitt würden sie drei Konzerte in der Woche geben. Die Entourage der Rockband müsse aber an sieben Tagen in der Woche bezahlt werden.

«Der grösste Teil der Einnahmen geht an die Rolling Stones», sagt SRF-Musikredaktor Dano Tamásy. Für die hohen Ticketpreise sieht er mehrere Gründe: Tourneen von Superstars seien viel aufwändiger als früher. «Es steht viel mehr Material auf der Bühne.

Und eine Band wie die Rolling Stones ist meistens mit zwei bis drei kompletten Bühnen auf Tournee», erklärt Dano Tamásy. Da werde dann beispielsweise zur gleichen Zeit in Zürich gespielt, in Paris ab- und in Mailand aufgebaut.

Mit Konzerten fehlende CD-Einnahmen kompensieren

Einen grossen Einfluss auf die Konzertpreise hat gemäss SRF-Musikredaktor Dano Tamásy auch, dass die CD-Verkäufe eingebrochen sind. Im digitalen Zeitalter würden viele Konsumenten nur noch gezielt einzelne Titel kaufen und nicht mehr ein ganzes Album. Dadurch würden den Bands viele Einnahmen verloren gehen. «Und dies versuchen sie mit Konzerteinnahmen zu kompensieren.»

10 Kommentare

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  • Kommentar von Frank Warren Reisejournalist, Zürich
    Zürich wird seinem Ruf als teuerste "Stadt" der Welt wieder einmal voll gerecht. Infantile Abzocker glauben immer noch an die Dummheit der Konzertbesucher, doch bald einmal wird sich diese Raubrittermentalität rächen!! Weltweit kann man z.B. kostenlos ein Kinoticket vorbestellen, nur in Zürich bezahlt man für den entsprechenden Anruf sage und schreibe Fr. 4.16 pro Minute!! Bahnhofstrasse: es existiert ein Cafè das raubt für 1 Glas heisses Wasser und einen Teebeutel Fr. 9.80. Raubrittertum!
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  • Kommentar von Uschi Hochstrasser, Zürich
    Es Ist eine traurige Sache! Die denken nur noch an Millionengewinne! Ich hab die Schnauze so voll und lasse meinen Geldbeutel zu:
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  • Kommentar von Stephan Bohrer, 4000 Basel
    Es gibt noch einen anderen Grund: Wenn die Tickets günstiger wären, würden sie von Zwischenhändlern gehortet und für ebenfalls horrende Preise weiterverkauft. Der Gewinn würde bei den Zwischenhändlern hängenbleiben. Bands wie die Rolling Stones wollen vermeiden, dass jemand auf ihre Kosten profiteirt und setzen die Preise darum so hoch wie möglich an, damit sich die Sache für die Zwischenhändler nicht rentiert. Falls die Tickets nicht weggehen, werden die Preise reduziert...
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    1. Antwort von Romeo Costeggioli, Hubersdorf
      ... damit lässt sich aber nach wie vor nicht erklären, weshalb die Ticketpreise für Wien am 16.06.2014 50 % günstiger sind!!! Im Gegenteil, hier wird die Schweiz einmal mehr gemolken, wie in allen anderen Bereichen auch. Ein grosser Teil der Tickets wurde so oder so bereits durch Zwischenhändler erworben, weil die genau wissen, dass wahre Stones-Fans praktisch jeden Preis bezahlen, denn viele Stones-Fans im Alter 50+ stehen auch in gut dotierten Anstellungen.
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    2. Antwort von Ruedi, Stäfa
      Unsinn Hr. Bohrer: wenn niemand die horrenden Preise zahlen würde würde das für die Schwarzhändler von vorneherein nicht rentieren. Ich habe übrigens schon für diverse Konzerte bis zu 50% weniger bezahlt via Internet-Auktionen. Da haben einige draufgelegt. Man muss einfach warten bis zuletzt; und allenfalls verzichten können. Nein die einzige Methode um den Schwarzhandel zu unterbinden wären personalisierte Tickets wie beim Fliegen. Das bedeutet aber viel Kontrollaufwand für Veranstalter.
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