«Ich bin auf einen Schummel-Shop reingefallen!»

Über die Internetseite Eccoschuhe.ch werden vermeintlich Schuhe der dänischen Marke Ecco verkauft. Geliefert werden dann jedoch Fälschungen. Kein Einzelfall – immer wieder versuchen Internet-Betrüger, gefälschte Ware zu verkaufen.

Melanie Müller (Name geändert) trägt gerne Schuhe des dänischen Herstellers Ecco. Normalerweise kauft sie diese Schuhe im Fachgeschäft. Da es dort jedoch ein bestimmtes Modell nicht mehr gab, schaute sich Melanie Müller im Internet nach entsprechenden Angeboten um «und wurde auf Eccoschuhe.ch fündig», wie sie dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 schreibt. Auf den ersten Blick macht die Seite mit der «.ch»-Endung einen seriösen Eindruck. Aufgrund der günstigen Preise glaubt Melanie Müller, sie sei auf einer Seite gelandet, über welche Restposten verkauft werden; und sie kauft für rund 150 Franken zwei Paar Schuhe.

Tatsächlich trifft die Lieferung irgendwann bei Melanie Müller ein. In einem Paket aus Hongkong werden die beiden Paar Schuhe geliefert. Jedoch handelt es sich nicht um die bestellten Modelle – «und sie stinken fürchterlich nach Chemie». Die enttäuschte Kundin merkt schnell, «dass ich hier auf einen raffinierten Schummel-Shop hereingefallen bin».

Ecco geht gegen gefälschte Seiten vor

Beim Schuhhersteller Ecco kennt man die Seite bereits. «Wir haben alles in die Wege geleitet, um sie entfernen zu lassen», erklärt Mediensprecher Matthias Schwarte. Ganz einfach sei dies jedoch nicht: «Im Internet kann man eine Seite von überall auf der Welt anmelden und verwalten. Oft müssen wir Rechtshilfegesuche in Russland oder in kleinen Inselreichen stellen – dort sind diese Betrüger der Strafverfolgung kaum ausgeliefert.» Hinzu kommt, dass das Sperren einer einzelnen Seite kaum etwas bringt. Meist tauche nach wenigen Tagen eine neue Seite mit neuem Namen auf, sagt Schwarte.

Fast täglich tappen Leute in die Falle

Bei Stop Piracy, der Schweizer Plattform gegen Fälschungen und Piraterie, sind solche Fälle Alltag. Geschäftsführerin Sabine Dändliker sagt, fast täglich würden sich Leute melden, die auf gefälschte Online-Shops hereingefallen seien. Fängt der Zoll die mutmasslich gefälschten Waren ab, meldet er sich bei den Kundinnen und Kunden und bittet um deren Einverständnis, die Waren vernichten zu dürfen. «In solchen Fällen», sagt Sabine Dändliker, «raten wir, auf die Ware zu verzichten, es sei denn, Sie sind sich absolut sicher, dass es sich nicht um eine Fälschung handelt». Wer gefälschte Waren behält, wird unter Umständen mit Schadenersatzforderungen der Original-Hersteller konfrontiert.

Melden Sie Fälschungen!

Wenn die Ware nicht vom Zoll abgefangen wird und man beim Öffnen des Päckchens merkt, dass es sich um Fälschungen handelt, sollte man versuchen, den Kauf rückgängig zu machen. Das ist jedoch schwierig, da es auf den Internetseiten, über welche Fälschungen verkauft werden, zur Kontaktaufnahme höchstens anonyme Kontaktformulare gibt. Das ist auch im Fall von Eccoschuhe.ch so. Eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse sucht man vergebens.

Sabine Dändliker von Stop Piracy rät Kundinnen und Kunden, die unbewusst Fälschungen online gekauft haben, sich bei der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) zu melden. Zudem könne man auf jeder Polizeistelle eine Anzeige erstatten.

Unseriöse Online-Shops erkennen:

Kontaktmöglichkeiten: Finden Sie auf der Internetseite Post- und E-Mail-Adresse des Anbieters und auch eine Telefonnummer? Gibt es bloss ein anonymes Kontaktformular, sollten die Alarmglocken läuten.


Qualität der Produktbilder: Ein seriöser Anbieter hat das Interesse, dass seine Produkte schön dargestellt werden.


Texte: Schreibfehler und schlechtes Deutsch sind ein klarer Hinweis, dass es sich um einen unseriösen Internetshop handelt.


Seien Sie sich bewusst, dass auch Seiten mit einer «.ch»-Endung nicht zwingend in der Schweiz verwaltet wird.


Service:

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Vorsicht vor gefälschten Marken-Schnäppchen:

Wird gefälschte Ware zum Schnäppchenpreis am Zoll entdeckt, kann das für den Käufer grossen Ärger bedeuten. Hier erfahren Sie, wie Sie Fälschungen erkennen und wie Sie damit umgehen sollten. Weiter