Ihre Rechte bei Terminabsagen

Sei es im Restaurant, beim Coiffeur oder beim Arzt. Wir reservieren immer wieder Termine. Doch wie verbindlich sind diese? «Espresso» hat nachgefragt und die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Terminkalender

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Grundsätzlich gilt: Eine Reservation bedeutet keine rechtliche Bindung. Bedingung ist jedoch, dass beiden Seiten klar ist, dass man einstweilen Lokal oder Datum nur reserviert, aber die Leistung eventuell nicht beansprucht.

Strafpauschale ist rechtlich gsehen in Ordnung

Daher ist Vorsicht geboten: Wer zum Beispiel einen Tisch im Restaurant reserviert und nicht erscheint, kann zu Schadenersatz verpflichtet werden. Denn der Wirt rechnet mit dem Erscheinen des Gastes, hat einen leeren Tisch und Umsatzausfall zu beklagen.

Viele Restaurants denken zwar kundenfreundlich und verzichten auf Schadenersatzforderungen. Rein rechtlich gesehen hätten sie aber durchaus die Möglichkeit, die ferngebliebenen Gäste zu belangen. Weil immer mehr Reservationen nicht wahrgenommen werden, überlegen sich viele Schweizer Wirte zurzeit, eine solche Strafpauschale einzuführen.

Hotelreservationen sind verbindlich

Und auch sonst heisst es aufgepasst: Was wir im Alltag als Reservation wahrnehmen, ist häufig bereits mehr. So ist eine Hotelbuchung bereits ein Vertrag. Akzeptieren Hotels die Stornierung einer Reservation, dann nur aus Kulanz oder weil es in den Vertragsbedingungen entsprechend festgehalten ist.

Ein Arzttermin ist keine Reservation

Wer mit dem Arzt oder Coiffeur einen Termin vereinbart, der nimmt keine Reservation vor, sondern erteilt bereits einen Auftrag. Aber auch von Aufträgen kann man zurücktreten. Wichtig ist hier, dass man nicht zur Unzeit vom Auftrag zurücktritt.

Das heisst, die Absage darf nicht allzu kurz vor dem Termin stattfinden, denn dann kann der Arzt oder Coiffeur keine anderen Kunden mehr buchen. Er wäre dann durchaus berechtigt, eine Entschädigung einzufordern. Allerdings muss er alles Zumutbare tun, um die Lücke mit einem anderen Kunden zu füllen, damit ein Umsatzausfall vermieden wird und keine Entschädigung bezahlt werden muss.

Wann die so genannte Unzeit beginnt, darüber gibt es keine einheitlichen Angaben. Auf den Terminzetteln von Ärzten und Coiffeursalons ist aber meist vermerkt, innerhalb welcher Frist ein Termin ohne Probleme abgesagt werden kann.