Kleider der Zukunft sind aus Gelatine oder Milch

Sehr viele Kleider bestehen aus Baumwolle: Vom T-Shirt über Hosen bis zu Socken oder Unterwäsche. Baumwolle ist günstig und angenehm zu tragen. In Zukunft werde Baumwolle aber immer mehr von synthetischen Fasern verdrängt, prognostizieren Fachleute. Denn die Anbaufläche für Baumwolle werde knapp.

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Kleidung aus Milch: alte Idee, neues Rezept

4:30 min, aus Einstein vom 23.5.2013

Heute werden jährlich über 92 Millionen Tonnen Textilfasern zu Kleidern oder anderen Textilien verarbeitet. Bereits im Jahr 2030 könnten es 115 Millionen Tonnen sein.

Holger Neubauer ist Textilingenieur und Dozent an der Schweizer Textilfachschule Zürich. Er sagt: «Schon heute machen die Chemiefasern 70 Prozent aus, Naturfasern wie Baumwolle 30 Prozent. Und in Zukunft werden die Chemiefasern noch wichtiger.»

Bald Kleider aus Fleischabfällen?

Dies darum, weil es nicht genug Anbaufläche für Baumwolle gibt: Die Weltbevölkerung wächst und benötigt immer mehr Kleider. Gleichzeitig brauchen all diese Menschen zu Essen.

Deshalb wird der Bedarf an Mais-, Reis- oder Getreidefeldern grösser und der Platz für zusätzliche Baumwollfelder werde knapp, sagt Neubauer: «Baumwolle steht also in Konkurrenz mit anderen landwirtschaftliche Produkten.» In Zukunft werde Baumwolle daher einiges teuerer werden als heute.

Bei den Kleidern werden Chemiefasern immer wichtiger. Dabei wird zwischen synthetischen Stoffen wie beispielsweise Polyester und natürlichen Chemiefasern wie Viskose unterschieden.

Bei natürlichen Chemiefasern werde derzeit an Fasern aus Milch, Bambus, Gelatine oder Algen geforscht: «Dies sind allerdings erst Nischenprodukte», sagt Textilingenieur Neubauer.

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