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Konsum Lebensmittelgesetz: Woher kommt die Haferflocke im Müesli?

Auf Lebensmittelverpackungen soll in Zukunft stehen, woher die einzelnen Rohstoffe kommen. Das jedenfalls hat der Nationalrat entschieden. Der Ständerat ist dagegen. «Nicht praktikabel» - so sein Hauptargument

Eine Frau steht vor einem Regal mit Lebensmitteln.
Legende: Es wird heftig diskutiert: Sollen Konsumentinnen und Konsumenten genauer informiert werden? Keystone

Ob Müeslimischung, Sandwich oder Fertigpizza: Geht es nach dem Nationalrat, müssen Hersteller von vorverpackten Lebensmitteln die Herkunft der Rohstoffe deklarieren. Bei verarbeiteten Produkten könnte der Bundesrat Ausnahmen festlegen. Nun hat aber auch der Ständerat mehr als ein Wörtchen mitzureden. Er debattierte am Dienstag, 3. März, über das Lebensmittelgesetz. Und die Mehrheit der Kantonsvertreter ist gegen eine Verschärfung der Deklarationspflicht.

Der Ständerat wehre sich gegen eine gesetzliche Vorschrift, die Herkunft jeder Zutat deklarieren zu müssen, «auch wenn diese nur ein halbes Prozent ausmacht», sagt der Vizepräsident der Gesundheitskommission, Ständerat Urs Schwaller. Eine solche Pflicht sei unpraktikabel. «Und vor allem: Wir bauen ein weiteres Handelshemmnis auf, auch gerade gegenüber Europa.»

Kompromissvorschlag: Deklaration ab 20 Prozent

Aus Sicht der Stiftung für Konsumentenschutz ist es gar nicht nötig, jede einzelne Nuss, jede Flocke in der Müesli-Mischung zu deklarieren. Es gehe um die wesentlichen Bestandteile, sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1: «Alles, was mehr als 20 Prozent des Produktegewichts ausmacht, soll deklariert werden.»

Auch diese 20-Prozent-Regel fiel in der kleinen Kammer durch. SP-Ständerat Hans Stöckli gehörte zur Minderheit, die diesen Wert vertreten hat. Er spracht von einem Kompromiss: «Der heutige Konsument hat ein Recht zu wissen, woher die wichtigsten Waren kommen. Gleichzeitig ist es auch wichtig, praktikable Lösungen zu finden.» Die Mehrheit des Ständertes liess sich von diesem Argument aber nicht überzeugen.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Froehlich, Pego Spanien
    Nach Staenderat muss Mensch nicht wissen was er isst ! Das soll demokratisch freiheitlich sein ; nein ist Gegenteil, Schutz einseitiger Interessen, die im Stoeckli sollten "Markt" bei NDR ansehen, aufdeckend welche Gifte (gerade noch im gesetzl. Bereich, oft auch darueber) beigemischt, wenn ueberhaupt deklariert, Schrift so klein, dass mit groesster Lupe kaum zu lesen. Gerade umgekehrt gehoert sich, Produktname, den eh jeder kennt, klein und die Inhaltstoffe gross auf die Packungen schreiben.
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  • Kommentar von Jürg Brandenberger, Zürich
    Die Forderung ist übertrieben, falls das zum Standard würde, würde mich interessieren was die Befürworter mit der Information machen würden ( z.B. Einsatz ihrer Ethik-Guillotine?). Kommt dazu, dass man das bei importierten Produkten nicht fordern könnte, es sei dann, man packe die Ware mit korrekter Schweizer Transparenz um. Damit wird die Ware teurer und ein Aufschrei über die Preisdifferenz zum Ausland wäre abzusehen.
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    1. Antwort von Bruno Froehlich, Pego / Spanien
      Die Forderung ist nur aus Sicht der Wirtschaft uebertrieben + diese wiederum profitiert von erfolgreicher Lobby in den Regierungen, den mangelnden Kontrollen, auch wenn man um gefaehrliche Stoffe weiss, z.B. Quecksilber in Nahrung (koennen Sie googeln), was nur ein bes. krasses Bsp. Zeit fuer weltweit saubere Deklaration, ohne keine Zulassung, es wird niemand verhungern, eher unserioese Produzenten den Laden schliessen, denn man soll uns nicht vergiften. Zuviel verlangt ?
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  • Kommentar von Nicolas Bullet, Zürich
    Hallo liebe CH-Bürger/ Innen, Danke an die lieben Leute, die diese tolle Recherche bei SRF gamcht haben + die CH, offen + möglichst ehrlich informieren. Demokratie funktion. nur mit Transparenz & Ehrlichkeit. 69% für eine klare Deklaration anstatt das Wischi-Wachi der Regierung!!! Ein eindeutiges Zeichen. (Die Economiesuisse hatte hier kaum Leute engagiert die Forenbeiträge zu "färben"(siehe Abzockerinitiative 2013)) Helvet. Grüsse
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