Parlamentarischer Vorstoss will Importverbot von Lebend-Hummer

Lebendige Hummer sollen nicht mehr in der Schweiz verkauft werden dürfen. Die grüne Nationalrätin Maya Graf fordert ein Importverbot für die Einfuhr lebender Hummer. Sie hat Mitte September einen entsprechender Vorstoss im Nationalrat eingereicht, den 14 weitere Nationalräte unterzeichnet haben.

«Diese Tierquälerei muss ein Ende haben», findet die Nationalrätin. Es könne nicht sein, dass die Tiere unter tierquälerischen Bedingungen über Monate in kleinen Kisten gehalten, importiert und am Schluss auf Eis präsentiert würden.

Das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 hatte Ende August darüber berichtet, unter welchen widrigen Bedingungen Hummer in Nordamerika über Monate gehalten werden, bevor sie fürs Weihnachts-Menü lebend in die Schweiz transportiert werden.

Der Verein Fair Fish fordert schon seit längerem ein Importverbot für lebende Hummer. Der Verein erhielt nun Unterstützung von der Vereinigung der Kantonstierärzte. Diese kamen in einem Gutachten zum Schluss, dass die Haltung von lebenden Hummern auf Eis keine tiergerechte Haltungsform sei.

Hoffen auf ein Umdenken

Manor ist einer der wenigen Detailhändler, die lebende Hummer in der Fisch-Theke anbieten. Manor rechtfertigte sich gegenüber «Espresso», dass die lebenden Hummer nicht an allen Standorten und meist auf Bestellung angeboten würden. Bei Migros und Coop gibt es nur gefrorenen Hummer zu kaufen. Maya Graf hofft auch auf den Druck der Konsumenten, damit im Detailhandel und in der Gastronomie ein Umdenken stattfinde und künftig überall lediglich tiefgefrorene Hummer eingesetzt würden.

«Espresso» vom 17.08.2015