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Konsum Politiker wollen Wareneinfuhr erschweren

Der tiefe Euro lockt immer mehr Schweizerinnen und Schweizer zum Einkauf über die Grenze. Besonders in Grenznähe klagen Schweizer Detailhändler über Umsatzeinbrüche. Nun wollen Politiker das Einkaufen im Ausland erschweren.

Lebensmittel und Kleidung sind die beliebtesten Schnäppchen für Schweizer, die im Ausland shoppen. Über 2 Milliarden Franken geben Schweizer Einkaufstouristen dieses Jahr im Ausland aus, schätzt der Ökonom Michael Grass vom Forschungsinstitut BAK Basel.

«Beim Einkauf im Ausland hat er einen Kostenvorteil von 40 Prozent», sagt Michael Grass. Schweizer Kunden profitieren beim Einkauf im Ausland aber nicht nur von tiefen Preisen, sondern auch von der Quittung. Sie müssen beim ausländischen Verkäufer lediglich einen speziellen Einkaufsbeleg verlangen und diesen am Zoll abstempeln lassen. Damit können sie beim nächsten Einkauf auch noch die Mehrwertsteuer zurückfordern.

Davon machen Schweizer Konsumenten auch rege Gebrauch. Das belegen Zahlen vom Zollamt Lörrach. Alleine im vergangenen Quartal registrierten die deutschen Zöllner zwischen Basel und Rheinfelden/AG 43 Prozent mehr sogenannte Ausfuhrbelege als im Vorjahr.

Schweizer Detailhändler leiden

Am Grenzübergang kontrolliert die Grenzwache stichprobenweise, was die Shoppingpendler über die Grenze bringen. Kleine Mengen sind  zoll- und steuerfrei. «Man darf für 300 Franken Waren einkaufen pro Person und pro Tag. Diese Freimenge gilt auch für Kinder», erklärt Patrick Gantenbein von der Grenzwache Basel.

Der Einkaufstourismus schmerzt die Detailhändler. Im Grenzgebiet klagen einzelne Betriebe über Umsatzeinbussen von zwanzig bis dreissig Prozent. «Für den Detailhandel geht durch den Einkaufstourismus Umsatzpotenzial verloren. Im laufenden Jahr sind es 3,2 Milliarden Franken, sagt Michael Grass.

Das Streitgespräch im «Kassensturz»

Politiker aus den Grenzregionen fordern nun Massnahmen, damit der Tross der Einkaufstouristen wieder vor der Grenze hält. Die Konsumentenschützer freut das wenig. Im «Kassensturz»-Studio diskutieren der Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann und Prisca Birrer-Heimo, Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz.