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Konsum Schweizer Wein: Kontrolleure erwischen mehr Panscher

In der Schweiz wurde gemäss der Schweizerischen Weinhandelskontrolle letztes Jahr mehr gepanscht. Die drei Kontrollorgane wollen deshalb künftig enger zusammenarbeiten und bei den Winzern gemeinsame Kontrollen durchführen.

Ein Mann in Arbeitskleidung arbeitet an einem Rebstock.
Legende: Die Arbeit der Schweizer Winzer soll künftig stärker kontrolliert werden. Keystone

Erst gerade sorgte der Winzer Dominique Giroud für Aufruhr, weil er über 350‘000 Liter Walliser Wein gepanscht haben soll. «Espresso» hat darüber berichtet. Doch er scheint nicht der einzige zu sein: Wie die Schweizerische Weinhandelskontrolle heute vermeldete, wurden letztes Jahr rund 40 Prozent mehr Verstösse als im Vorjahr festgestellt.

2013 führte die Institution über 1200 Kontrollen durch. Bei 18 Betrieben stellte sie einen oder mehrere Verstösse fest und meldete diese den kantonalen Behörden. Das sind 7 mehr als im Vorjahr.

Dabei ging es vor allem um sogenannte Weinverschnitte, also das Mischen von mehreren Weinen verschiedener Rebsorten, Jahrgänge oder Lagen. Des Weiteren wurden auch falsche Etikettierungen entdeckt. Hinzu kam «eine beachtliche Anzahl» von Anmerkungen, Bemängelungen und Verbesserungsforderungen, wie die Weinhandelskontrolle mitteilte.

Auch die Zertifizierungsstelle OIC gab heute ihre Zahlen bekannt. 2013 hatte sie 9 gröbere und 22 leichtere Verstösse zu vermelden.

Stärkere Kontrolle dank Zusammenarbeit

Die Schweizer Winzer werden von drei Kontrollorganen beaufsichtigt:

  • Von der Schweizerischen Weinhandelskontrolle, die vor allem grössere Weinproduzenten überwacht,
  • von der Zertifizierungsstelle OIC, die kleineren Winzer-Betriebe kontrolliert
  • und von den Kantonschemikern. Sie konzentrieren sich bei ihren Kontrollen auf die Inhaltsstoffe der Weine. So werden diese zum Beispiel auf Pestizide, Sulfite und Süssungsmittel untersucht.

Diese drei Institutionen wollen nun laut einer SDA-Meldung enger zusammenarbeiten. Vor allem wird der Datenaustausch ausgebaut, indem Betriebe, die mehr als 2000 Liter zukaufen, gegenseitig gemeldet werden. Auch sollen in Zukunft gemeinsame Kontrollen durchgeführt werden. Und die Kantonschemiker müssen künftig die Kontrollorgane über die Weiterbehandlung der gemeldeten Fälle informieren.

Walliser Weinbranche in Aufruhr

Die Anstoss zu dieser Neuerung gab vermutlich die Affäre um Dominique Giroud. Die Walliser Winzer protestierten kürzlich deutlich gegen das Vorgehen ihres Kollegen. Um die Glaubwürdigkeit der Branche wieder herzustellen, verlangten sie schärfere Kontrollen und höhere Bussen bei Vergehen.

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