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Konsum Sonntags-Shopping: Kaum Interesse bei Einkaufszentren

Ab April dürfen grenznahe Einkaufszentren unter strengen Auflagen am Sonntag geöffnet haben. Die Regelung des Bundesrats hilft vor allem den beiden Outlet-Centern in Mendrisio TI und Landquart GR. Auch andere Betreiber können sich bewerben. Ob sie es in grosser Zahl tun, ist fraglich.

Legende: Audio Sonntags-Shopping: Kaum Interesse bei Einkaufszentren abspielen. Laufzeit 4:04 Minuten.
4:04 min, aus Espresso vom 24.02.2015.

Das Fox-Town in Mendrisio und das Designer-Outlet in Landquart machen den Grossteil ihres Umsatzes an Sonntagen. Dieser Sonntagsverkauf wird von Gewerkschaften bekämpft und steht rechtlich auf wackligen Füssen. Das hat der Bundesrat nun geändert, indem er das Arbeitsgesetz entsprechend revidierte. Allerdings können nur Einkaufszentren am Sonntag öffnen, die dem Tourismus dienen. Dafür müssen einige Auflagen erfüllt sein:

  • Das Warenangebot muss vorwiegend aus Luxusartikeln bestehen, wie Kleider, Schuhe, Schmuck, Parfüm und Uhren.
  • Die Kundschaft muss zu einem wesentlichen Teil aus Touristen bestehen.
  • Das Einkaufszentrum muss in einer Ferienregion liegen oder höchstens 15 Kilometer zur Schweizer Grenze entfernt sein.
  • Die betroffenen Arbeitnehmenden erhalten Kompensationen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

«Nicht nur, aber eigentlich schon…»

Als Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann die Regeln für Sonntags-Shopping am 18. Februar vorstellte, nannte er zwar explizit die beiden Outlet-Center im Tessin und Graubünden als Empfänger, an die man gedacht habe. Doch auf Nachfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1 heisst es in seinem Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF, dass sich sehr wohl auch andere Einkaufszentren bewerben können. Allerdings dürften nur wenige weitere Einkaufszentren die auf die Outlet-Center ausgerichteten Kriterien vollumfänglich erfüllen.

Eine kleine Umfrage von «Espresso» in Grenzregionen zeigt denn auch nur ein laues Interesse an einem Sonntagsverkauf. In Basel wären die Stadtvermarkter zwar sehr froh darüber. Christine Wälti von Basel Tourismus: «Vor allem die Gäste unserer grossen internationalen Messen sind sich längere Öffnungszeiten gewohnt und kritisieren das entsprechend.» Und Tim Mayer vom Stücki-Shoppingcenter in Basel möchte den Sonntagsverkauf zumindest prüfen: «Persönlich könnte ich mir vorstellen, dass wir zwar nicht grundlegend sonntags öffnen. Aber warum nicht einmal pro Monat?»

Detailhandel bevorzugt längere Öffnungszeiten unter der Woche

Gesuche für ein Sonntags-Shopping können ab 1. April gestellt werden. Sie müssen von den kantonalen Stellen abgesegnet und dem Bundesrat zur Prüfung vorgelegt werden. Zurückhaltend zeigt sich der Verband der Schweizer Detailhändler, die Swiss Retail Federation.

Es sei schon richtig, dass man Sonntagsverkäufe nur in engen Grenzen erlaube, heisst es dort auf Anfrage. Der Verband der Detailhändler setzt denn auch klar die Priorität auf den politischen Kampf für generell längere Öffnungszeiten an Werktagen.

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