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Konsum Spender zweifeln bei Hilfswerken an Effizienz

Der durchschnittliche Schweizer spendet 579 Franken pro Jahr an Hilfswerke. Er erwartet aber auch, dass diese kostenbewusst arbeiten. Und verlangt, dass das Hilfswerk-Kader nicht zu viel verdient.

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1:24 min, aus Espresso vom 10.09.2015.

In den vergangenen zwölf Monaten haben 72 Prozent der Schweizer Geld an Hilfswerke gespendet. Die Hälfte hat mehr als 200 Franken gegeben. Dies geht aus einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Demoscope im Auftrag der Schweizerischen Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen (Zewo) hervor.

Die hohe Spendenbereitschaft und das geschätzte Spendenvolumen von 1,7 Milliarden Franken pro Jahr zeige der Zewo, dass Hilfswerke in der Schweiz viel Vertrauen geniessen.

Mehr Vertrauen in Hilfswerke als in Behörden

Gemäss der Umfrage vertrauen die Spender den Hilfswerken mehr als der Humanitären Hilfe der Behörden. Fast 90 Prozent aller Befragten finden Hilfswerke nötig. Drei Viertel sind überzeugt, dass diese auf wichtige Themen aufmerksam machen und mit ihrer Arbeit viel bewirken.

Hohe Erwartungen an Effizienz

Drei Viertel der Befragten anerkennen auch die Professionalität von Hilfswerken. Gleichzeitig sind sie der Meinung, dass Hilfswerke doppelt so effizient arbeiten sollten. Oder sie vermuten, dass Hilfswerks-Chefs zu hohe Saläre erhalten.

«Diese Vorstellungen hält sich hartnäckig», sagt Zewo-Leiterin Martina Ziegerer gegenüber «Espresso». Studien zeigten, dass dem nicht so ist. «Schwarze Schafe werden überschätzt», sagt sie weiter.

Stiftungsräte und Vorstände erhielten oft keine oder nur eine moderate Entschädigung. Die Saläre der Geschäftsleiter seien der Verantwortung und der Grösse der Organisation angemessen.

Öffentliche Meinung setzt Druck auf

Die Zewo folgert daraus, dass Hilfswerke «aufgrund der öffentlichen Meinung unter einem permanenten Druck stehen, kostenbewusst zu arbeiten». Je mehr einzelne Personen spenden, desto besser sind diese auch über den administrativen Aufwand der Hilfswerke informiert. Dieser liegt gemäss Zewo bei rund einem Fünftel des Budgets.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Gruber (GrubMA)
    Das ist leider ein Hamsterrad mit Zewo. Die Deza und alle anderen wichtigen und grossen Geldgeber in der Entwicklungszusammenarbeit setzen das Zewo-Gütesiegel voraus. Habe jetzt mehrmals die Inneffizienz von Zewo selbst erlebt. Da geht gutes und wertvolles Geld in eine Zertifizierungsorganisation, die selbst mit diesen Geldern überhaupt nicht haushälterisch umgeht. Selbst Wasser predigen und dann Wein trinken... und wer kontrolliert die Zewo? Die werden langsam aber sicher unglaubwürdig.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Ich spende keinen Rappen mehr! Früher spendete ich tausende von Franken an Greenpeace und dann ist dieser Linke Club gegen Ecopop und damit für Umweltverschmutzung durch Überbevölkerung. Für die Wirtschaftsflüchtlinge muss ich Steuern zahlen an einen Staat, mit einer Regierung welche vor kurzem die Waffenexporte gefördert hatte und jetzt auf Gutmenschen machen - voll VERLOGEN. Die wirklich Hilfsbedürftigen gehen leer aus, denn die haben kein Geld zum flüchten!
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