Was bringen Präventions-Kampagnen?

Der Erfolg einer Kampagne ist messbar. Vorzeigebeispiel ist die Kampagne für die Kopfstützen im Auto «Fahren mit der richtigen Einstellung». Andere Kampagnen haben es da schwieriger. Nämlich dann, wenn die Leute ihr Verhalten ändern sollten.

Plakate tauchen auf, Fernsehspots zur besten Sendezeit: Es sind Kampagnen von Verbänden oder vom Bund, die möglichst viele Menschen erreichen wollen. Aktuelles Beispiel: «Augen auf die Strasse», eine Kampagne gegen das Telefonieren am Steuer. In den USA hat eine Kampagne beim Spitalpersonal einer Uniklinik zum Thema Handy am Steuer eine erstaunliche Wirkung gezeigt: 50 Prozent der Befragten gaben an, ihr Verhalten nach der Kampagne geändert zu haben. Informiert wurden die Angestellten mit Broschüren, Plakatkampagnen in der Kantine und Vorträgen durch Fachleute.

Je nach Zielpublikum bessere Wirkung

Uwe Ewert ist Verkehrspsychologe bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU und unter anderem für die Auswertung von Kampagnen zuständig. Das Ergebnis aus Arizona in den USA lässt ihn zwar aufhorchen, erstaunt ihn aber nicht: «Es ist natürlich eine sehr spezielle Gruppe, bei der hier Prävention gemacht wurde. Das ist medizinisches Fachpersonal, das jeden Tag mit dem Thema Unfälle konfrontiert ist.» Diese Leute seien bereits in hohem Masse für das Thema sensibilisiert.

Starke Bilder, Fakten und Kontrolle führen zum Ziel

Ähnlich wie in den USA informiert auch die aktuelle Kampagne in der Schweiz zum Thema Handy am Steuer mit starken Vergleichen. Dass sich Autofahren mit dem Handy am Ohr etwa gleich anfühlt, wie Autofahren mit einem Alkoholpegel von 0,8 Promille ist ein solches Bild, das die Leute beeindrucke, erklärt Verkehrspsychologe Ewert. «Solche Bilder helfen, die Zielgruppe einer Kampagne noch besser zu erreichen.» Dazu komme, dass massenmediale Kampagnen mit Inseraten, Plakaten und Spots besonders gut funktionierten, wenn gleichzeitig auch Polizeikontrollen durchgeführt würden.

Auswertung mittels Befragung zeigt erst die Wirkung

Im Nachgang zu jeder Kampagne folgt die sogenannte Evaluation. Erst diese Auswertung zeigt, welche Effekte eine Kampagne tatsächlich hat. Verkehrspsychologe Uwe Ewert nennt die Kopfstützenkampagne als positives Beispiel: «Die Leute haben die Einstellung der Kopfstütze tatsächlich geändert. Aufgrund dieser Zahlen konnten wir von der Beratungsstelle für Unfallverhütung dann ausrechnen, dass so mehrere hundert Schleudertraumen durch die Kampagne vermieden worden sind.»