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Konsum Wirteverband startet Hygiene-Offensive

Mit einem Leitfaden will die Branche «Grüsel-Wirten» an den Kragen. Umgesetzt werden sollen die neuen Spielregeln mit Hilfe einer zuständigen Person, die jeder Wirt im Betrieb bestimmen muss. Konsumentenschützer sind erfreut, beharren aber auf strengen Kontrollen.

Zwei Köche beim Anrichten von Tellern
Legende: Mit dem neuen Leitfaden soll sich auch die Hygiene verbessern. Colourbox

«Wer diesen Leitfaden nicht respektiert, der soll sein Restaurant schliessen!» Ernst Bachmann, Vizedirektor des Branchenverbands Gastrosuisse und selbst Wirt, spricht deutliche Worte. Ihn nervt das schlechte Image, das Wirte aufgrund weniger schwarzer Schafe haben.

Vielleicht habe man in den letzten Jahren etwas zu wenig auf die Ausbildung in Sachen Hygiene geschaut. Das werde sich aber mit diesem neuen Leitfaden ändern. «Hygiene ist für unsere Branche ein sehr wichtiges Thema.»

Vom Bund abgesegnet

Der neue Leitfaden fasst gastgewerblich relevante Inhalte aus 3 Gesetzen und über 40 Verordnungen zusammen. Zudem unterteilt er die Betriebe nach Grösse. So muss ein Zweimann-Betrieb nicht jedes Detail befolgen, das für ein Fünfsterne-Restaurant wichtig ist.

Herausgegeben wird die Hygiene-Bibel von den drei Branchenverbänden Gastrosuisse, Hotelleriesuisse und Cafetiersuisse. Offiziellen Charakter erhält sie durch den Verband der Kantonschemiker und das Bundesamt für Gesundheit, die beide bei der Ausarbeitung mitgewirkt haben.

Konsumentenschützer begrüssen den Leitfaden

«Die Branche hat nun klar definiert, welche Anforderungen zu erfüllen sind und distanziert sich von Ausreissern», so Urs Klemm. Der Lebensmittelchemiker und frühere Vizedirektor beim Bundesamt für Gesundheit lobt die neuen Regeln.

Und auch der Konsumentenschutz begrüsst den Leitfaden. Michel Rudin, Geschäftsführer des Konsumentenforums, hält jedoch fest: «Eigenverantwortung ist gut und kostengünstig. Ohne Kontrollen geht es aber natürlich nicht.»

3 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Brunner, 3054 Schüpberg
    Auch wir besitzen ein kleines Beizli und wissen, was Sauberkeit heisst (waren während 10 Jahren Hygiene-Zeritifiziert). Trotzdem sind wir gegen das Veröffentlichen der Resultate. In einem Vergleich würde dies etwa so aussehen: Nehmen wir an, Sie fahren zu schnell (egal wie viel) nun müssen Sie an Ihr Auto bis zur nächsten Kontrolle ein Plakat hängen "Bin zu schnell gefahren". Sie hoffen sicher, dass Sie bald wieder in eine Kontrolle kommen. Bei uns kommt der Kontrolleur erst in 1 Jahr wieder.
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  • Kommentar von Klaus mosimann, Villigen
    Bevor ein gastronomischer Betrieb eröffnet oder übnommen werden kann, müsste ein Kurs und eine Prüfung über Hygiene absolviert werden. Als Gastronomiefachplaner sieht und erfährt man teilweise Haarsträubendes. Es fehlt teilweise an einfachsten Grundregeln weil das Verständnis nicht vorhanden ist, obwohl der Wille da ist.
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    1. Antwort von Bernhard Meile, Schüpfen
      Vor Jahren wurde die Ausbildung zur/m Gastwirt/in "liberalisiert".In vielen Kantonen braucht es gar kein Wirtepatent und somit auch keine Ausbildung mehr, um eine Beiz zu eröffnen. Es war absehbar, dass gerade bei der Hygiene grosse Mängel auftreten würden, da die Betroffenen sich meist der Gefahren nicht bewusst sind und nicht über das nötige Wissen/Ausbildung verfügen. Warnungen wurden von den Liberalisierungsturbos damals in den Wind geschlagen. Heute bekommen sie die Quittung. Ätsch!
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