Wo Sie mit gutem Gewissen Poulet kaufen

Den Schweizer Hühnern geht es grundsätzlich nicht schlecht. Wirklich tiergerecht gehalten werden Schweizer Güggeli aber nur in Freilandhaltung. Freiland-Poulet finden Konsumenten unter den verschiedensten Labels.

Huhn

Bildlegende: Besonders sollte man sich auf die Herkunft des Fleisches achten Colourbox

Die Tipps vom Tierschützer sind einfach: Man soll erstens ausländisches Geflügelfleisch meiden und stattdessen auf die «Herkunft Schweiz» achten.

Die Produktionsbedingungen in der EU unterscheiden sich markant von den Schweizerischen. Zweitens: «Wer darüber hinaus noch etwas für das Tierwohl machen will, soll auf Pouletfleisch aus Freilandhaltung achten», sagt Hansueli Huber, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutzes STS.

«KAG Freiland» ist das strengste Label

Die Produzenten von Freiland-Poulets in der Schweiz müssen die sogenannten «RAUS»-Richtlinien des Bundes erfüllen. Diese stehen für «Regelmässigen AUSlauf im Freien». Bestimmte Labels haben darüber hinaus noch zusätzliche Regeln.

Ein zentraler Punkt für das «RAUS»-Reglement: Die Hühner müssen zusätzlich zum tierfreundlichen Stall auch noch an 26 Tagen im Sommer (13 Tage im Winter) mindestens 5 Stunden Zugang zu einer Weide haben. Bis zum 21 Lebenstag ist das für Küken aber freiwillig. Auch bei Schnee und Minus-Temperaturen müssen sie nicht unbedingt raus.

Ausserdem handelt es sich bei den «RAUS»-Hühnern um Rassen, die langsamer wachsen. Sie dürfen erst nach 56 Tage Mast geschlachtet werden. 

Jeder Händler mit eigenem Label

Pouletfleisch, das die Freiland-Bedingungen oder noch zusätzliche erfüllt, gibt es bei jedem Händler unter einem anderen Label.

  • Coop verkauft Freilandpoulets unter den Labeln «Naturaplan» und «Naturafarm». «Naturaplan»-Bauernhöfe müssen noch zusätzlich die Richtlinien von «Bio-Suisse» erfüllen.
  • Migros verkauft Freilandpoulet unter der Marke «SelectionBio». Sie werden auf «Bio Suisse» zertifizierten Höfen produziert. Ausserdem finden Kunden auch Pouletprodukte von Tieren mit Auslauf unter dem Label «TerraSuisse».
  • Volg-Kunden finden Freiland-Produkte unter dem Label «Agri-Natura».
  • Auch KAG-Freiland produzieren Geflügel mit Freilandhaltung.
  • Aldi verkauft derzeit noch keine Freiland-Poulets. Der deutschstämmige Detailhändler hofft jedoch, noch dieses Jahr nachhaltig produzierte Geflügelprodukte lancieren zu können, teilt ein Aldi-Sprecher mit. 
  • Spar verkauft kein Freilandpoulet. Jedoch ist das Trutenfleisch bei Spar nach den RAUS-Bestimmungen unter dem Label «Frifragù produziert.

«Bio Suisse» und «KAG Freiland» sind Spitze

Geflügelprodukten mit der Bio-Knospe stammen immer von Freilandhühnern. Die Anforderungen von «Bio-Suisse» gehen über die RAUS-Regeln hinaus. Die Mastdauer ist noch etwas länger, die Belegung im Stall geringer, die Herden sind kleiner.

Auch die Nutztierschutz-Organisation «KAG Freiland» produziert Geflügel aus Freilandhaltung. «KAG-Freiland»-Produkte werden teilweise von Manor und einzelnen Metzgereien und Bio-Läden verkauft oder sind auch Online erhältlich.

Das Label verlangt im Mimimum den «RAUS»-Standard, stellt aber noch weitere Bedingungen. So muss zum Beispiel auch ein Hahn in der Masthennen-Herde obligatorisch anwesend sein.