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Multimedia Datenspeicherung: Digitale Fotos nur mit Aufwand lange haltbar

Digitale Bilder kann man unter Umständen schon nach ein paar Jahren nicht mehr anschauen. Bilder im realen Foto-Album sehen jedoch auch nach ein paar Jahrzehnten höchstens leicht vergilbt aus. Damit auch digitale Bilder so lange halten, braucht es einiges an Knowhow.

Digitaler Fotorahmen
Legende: Digitale Bilder halten nicht ewig. SRF

Das Problem gibt es nicht nur bei Fotos: Auch digitale Filme, Musik und Textdokumente sind nicht für immer haltbar. Dies, weil die Medien, auf denen wir sie speichern, nur eine begrenzte Lebensdauer haben.

Eine Festplatte im Dauereinsatz kann z.B. schon nach wenigen Jahren den Geist aufgeben. Und selbst Festplatten, die einzig zum Archivieren gebraucht werden, halten keine Ewigkeit (dasselbe gilt für CDs, USB-Sticks und Speicherkarten, wie diese Übersicht, Link öffnet in einem neuen Fenster zeigt).

Daten vielfach kopieren

Was also tun, damit auch die Urenkel noch sehen können, wie schick wir einst auf den Bildern unserer Digital-Kamera ausgesehen haben? Ein Trick, der nicht nur fürs Langzeitspeichern gilt: Daten auf möglichst viele Orte verteilen.

Also gleich auf mehreren Festplatten speichern und zur Sicherheit auf CD brennen. So besteht die Chance, dass eine kaputt gegangene Datei an anderer Stelle noch als funktionierende Kopie vorhanden ist.

Umkopieren und auf dem neusten Stand halten

Doch damit ist die Arbeit nicht erledigt: Die Daten sollten von Zeit zu Zeit auf einen neuen Träger umkopiert werden. Bei der Gelegenheit kann man gleich auch kontrollieren, ob die Daten noch in einem aktuellen Format vorliegen. Denn selbst ein perfekt erhaltenes File nützt wenig, wenn kein Programm mehr existiert, das es lesen kann.

Wer vorausschaut, sichert zusammen mit den Daten also gleich noch eine Kopie des Programmes, das nötig ist, um sie zu lesen. Und hofft, dass es in Zukunft noch Computer und Betriebssysteme gibt, die mit dem Programm noch umgehen können.

Welches Format für welche Datei?

Wichtiger aber: Seine Daten nicht in exotischen Formaten speichern, sondern weit verbreitete zu wählen. Von denen ist anzunehmen, dass sie auch in ferner Zukunft noch gebraucht oder zumindest gelesen werden können.

Auch proprietäre Formate - also Dateiformate, die an einen bestimmten Anbieter gebunden sind - sollten wenn möglich vermieden werden. Denn mit dem Anbieter kann auch das Dateiformat verschwinden.

Textdokumente speichert man darum am besten als simples Text-File (.txt), das von den verschiedensten Anwendungen gelesen werden kann. Sollen Textformatierungen erhalten bleiben, kann auch das Rich Text Format helfen (.rtf). Bei Musik ist wohl das MP3-Format der sicherste Tipp, das dank seiner weiten Verbreitung nicht so schnell verschwinden wird.

Schwierig: Bilder und Filme

Schwieriger wird es bei Bildern: PNG ist ein offenes Format, das Bilder verlustfrei speichern kann. Allerdings wird es nicht von jeder Software unterstützt. Was die Verbreitung angeht, ist deshalb JPG das bessere Format. Und wer auf Nummer sicher gehen will, druckt sich seine liebsten Bilder auch noch auf Fotopapier aus.

Noch schwieriger wird es bei Filmen: Hier lässt sich kaum sagen, welche Formate in Zukunft Bestand haben. Öffentliche Institutionen wie Archive und Bibliotheken - die auch vor dem Problem stehen, ihre digitalen Bestände für die Ewigkeit zu sichern - wählen das Motion JPEG-Format (MJPEG), das aber sehr viel Speicher braucht.

Private Anwender fahren wohl besser, wenn sie ihre Filme gleich in mehreren Formaten speichern (im MPEG-2 oder Quicktime-Format oder als .avi-File zum Beispiel).

Auch Speicher-Dienste sind nicht für ewig

Nun kann man denken: «Was kümmern mich kaputte Dateien und in Vergessenheit geratene Datei-Formate - ich lade meine Daten ins Internet auf einen Speicherdienst!»

Doch dies kann höchstens eine Teil-Lösung sein, im Rahmen der Mehrfach-Kopien-Strategie (siehe oben). Denn es gibt keine Garantie, dass diese Speicherdienste ewig existieren. Und oft ist im Vornherein nicht klar, wie im Fall einer Schliessung die hochgeladenen Daten wieder zurückgeholt werden können.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Brunner, Lachen
    clouding heisst das aktuelle Stichwort, egal wie man vorgeht es braucht regelmässige Betreuung, Daten einfach jahrzehntelang auf den Estrich legen wird kaum funktionieren wie früher mit alten Fotos. Das Problem heutzutage sind ja eher zuviel als zuwenig Daten, also halb so wild wenn man etwas verlorengeht, die Welt geht dabei nicht unter.
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  • Kommentar von Nische, Emmen
    (Daten vielfach kopieren): Optimalerweise auf verscheiden Datenträgern. Erhöt alllerdings bestenfalls die Sicherheit der Daten. Die erwartete Lebensdauer des Datenträgers wird dadurch nicht erhöht. Das Programm zu sichern ist weitgehendst sinnlos, da dazu auch die kompatibelität zum Betriebsystem und der Hardware gewährleistet sein muss. Bei der stätigen entwicklung ist die jedoch nicht gegeben. Beispiel: Gesicherte Spiele die nur auf Win95 und älter installiert werden können
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  • Kommentar von C.E.C.Yeager, Schweiz
    Es lohnt sich in eine Speicherlösung wie zB ein NAS zu investieren, welches den austausch von kaputen Festplatte im laufenden betrieb bereits vorsieht. Bezüglich den Formaten umbedingt darauf achten das sie Kompressionslos sind (MP3 ist demnach ungeeignet). Kompressionslose Daten lassen sich besser kopieren + umformatieren. Zu bevorzugen sind: Text-File (.txt), Tabellen (.csv), Audio (.wav), Bilder (.tiff). Bei weiteren Formaten ist zusätzlich wichtig auf Crossplatform-kompatibelität zu acht...
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