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Multimedia ETH will das Internet neu erfinden

Das aktuelle Internet hat seine Ursprünge in den USA. Eine neue Version könnte jedoch in der Schweiz entstehen. In Zürich planen Wissenschaftler ein revolutionäres Projekt, welches in 15 bis 20 Jahren die Welt verändern soll.

Festplatte mit Datenstrohm im Hintergrund
Legende: Mit dem Internet der Zukunft sollen Datenströme sicherer werden. Colourbox

Professor Adrian Perrig gab seinen Lehrstuhl in Amerika auf, um an der ETH in Zürich am ehrgeizigen Projekt zu forschen. «Wir bauen die heutige Netz-Struktur total um», erzählt er. Damit sollen zwei Mängel des jetzigen Internets aufgehoben werden.

Unzuverlässig!

«Heute kommt es immer wieder zu Unterbrüchen der Datenverbindung», nennt Perrig einen der Nachteile. Ein paar Sekunden seien für den gewöhnlichen Nutzer zwar harmlos. Wenn man aber bedenke, dass Elektrizitätswerke übers Internet gesteuert sind oder dass medizinische Operationen per Kameraübertragung von weither gesteuert werden, dann vertrage es eigentlich keinen Unterbruch.

Unsicher!

Weiter könne man heute nicht ausschliessen, dass gesendete Daten ausspioniert werden. Nicht erst seit dem NSA-Skandal wisse man, dass die USA den weltweiten Datenfluss überwache. «Unsere Lösung gibt den Ländern die Datenhoheit wieder zurück», verspricht Adrian Perrig.

Denn mit Perrigs Lösung läge die jeweilige Hoheit zur Entschlüsselung der Daten bei den einzelnen Ländern. In der Schweiz würden also zum Beispiel das Bundesamt für Informatik oder die Swisscom die Datenströme kontrollieren.

Unrealistisch?

Tönt faszinierend. Doch wie reell sind die Chancen, dass sich Perrigs Projekt durchsetzt? Weltweit forschen schliesslich hunderte Wissenschaftler auf demselben Gebiet. In der Schweiz ist man aber bereits daran, das Erforschte auch in der Praxis zu testen.

«Momentan setzen wir einen Protoypen auf», erklärt Adrian Perrig. «Wir haben Knotenpunkte bei der Swisscom, aber auch weltweit verteilt.» So könne man Kunden (Elektrizitätswerke, Mediziner, Banken) demonstrieren, wie sich die zukünftige Technologie auf die Praxis auswirke.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Schleicher, Ibach
    Es ist kein Problem, viele neue und absolut sichere Internetzs zu erfinden. Es ist nur eine Frage der Kosten, insbesondere auch für die künftigen Nutzer. Spitzenprofis, zum Verwirklichen dieser Projekte, gibt es reichlich. Sie sind aber kaum in der Eurozone zu finden. Nur unparteiische Idealisten, sind für was Neues und richtig Gutes und auch dessen Praxis-Beständigkeit in der Zukunft, geeignet. Jeder gesunde Mensch weis das.
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  • Kommentar von Peter, Deutschland
    http://recentr.com/2013/07/die-nsa-und-angeblich-sichere-ssl-technologien-firewalls-und-anonymisierungsdienste/ Hier kann man nachlesen das alles mit einer Hintertür versehen ist, von der NSA. Wer nicht mitspielt, wird entweder gekauft oder liquidiert. Und die CIA- etc. werden einen Teufel tun und ein neues Internet zulassen. Das wäre in etwa so als ob sich die BRD-Geschäftsführung selber absetzt weil auf einmal die Gewissensbisse zu stark werden.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Das System soll den Ländern die Datenhoheit zurückgeben, das bedeutet im Klartext auch, dass die Datenströme sämtlicher 'Endgeräte' eines Landes lückenlos erfasst, der Content gefiltert und Geräte-bezogen protokolliert würde. Trotzdem, die NSA beschäftigt die 'besten' Hacker der Welt, für sie wird es ein Kinderspiel sein, das Problem zu 'lösen', das Bundesamt macht mir in Bezug auf 'Sicherheit', schon mehr Sorgen, die müssten doch eigentlich auch nicht unbedingt alles über mich im Detail wissen.
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