Grosse Aufregung: Gebühr für Papierrechnung

In den letzten Wochen haben sich zahlreiche «Espresso»-Hörer gemeldet. Ihr Ärger ist gross: Sie sollen für eine Rechnung auf Papier eine Gebühr bezahlen. Besonders dreist ist die UPC Cablecom. Sie hat die Rechnungsgebühr um 100 Prozent erhöht. Unerhört, finden zahlreiche «Espresso»-Hörer.

«Das ist reine Profitgier», ärgert sich Hans Steiner. «Die UPC Cablecom will mich zwingen, die Rechnung elektronisch zu bezahlen. Ich habe zum Glück einen Internet-Anschluss. Aber was ist mit Leuten, die gar keinen Computer haben? Die müssen pro Rechnung drei Franken bezahlen und erhalten keinerlei Mehrwert dafür.» Auch andere Hörer nerven sich: «Drei Franken finde ich absolut überrissen, dass sind ja 36 Franken pro Jahr für nichts», heisst es in einem Mail. Oder: «Der ökologische Deckmantel ist nur ein Vorwand, um zusätzliches Geld zu verdienen», schreibt eine andere Hörerin. Sie nutzt kein E-Banking und denkt nicht daran, das zu ändern.

Ausserordentliches Kündigungsrecht

UPC Cablecom-Mediensprecher Marc Maurer sagt, dass bis jetzt kaum negative Meldungen eingetroffen seien. Zudem habe man die Kunden mehrmals aufgefordert, auf eine papierlose Rechnung umzustellen. Genaue Zahlen, wie viele Kunden ihre Rechnung auf Papier möchten, gibt Maurer nicht bekannt. Er sagt auch nicht, wie viel Geld die Firma dank diesen Gebühren verdient.

Immerhin: Personen, die keinen Internetanschluss haben, können sich bei UPC Cablecom melden und müssen keine Gebühr bezahlen. «Zudem haben die Kunden wegen der Gebührenerhöhung ein ausserordentliches Kündigungsrecht bis 1. Januar 2015», so Mediensprecher Maurer. Die Kündigung muss also bis am 31.12.2014 bei UPC Cablecom eingetroffen sein.

Auch bei der Migros-Mastercard wird neu aus «Umweltschutzgründen» eine Papiergebühr von 1.50 Franken pro Papierrechnung verlangt. Auch dies verärgert die Kunden. «Muss ich mir das bieten lassen?» oder «Ist das überhaupt erlaubt?» sind die Kommentare von erbosten «Espresso»-Hörern.

Verbot würde über Ziel hinausschiessen

Gebühren für Papierrechnungen sind seit Jahren ein grosses Ärgernis für Konsumenten. «Espresso» hat schon mehrfach darüber berichtet. Auch im Parlament gab es schon Vorstösse, diese Gebühr zu verbieten. Der Bundesrat fand jedoch, dass ein Verbot übers Ziel hinausschiessen würde.