Gute Handy-Abos für die Ferien

Wenn Schweizer Handynutzer im Ausland telefonieren, werden sie noch immer mit Roaming-Gebühren abgezockt. Die Schweizer Mobilfunkanbieter haben ihre Tarife zwar gesenkt, trotzdem sind die Preis noch immer viel höher als in der EU. «Espresso» sagt, mit welchen Angeboten Sie Geld sparen.

«Die gleiche Leistung kann schnell anstatt 100 Franken 1 200 Franken kosten», mahnt Oliver Zadori vom unabhängigen Preisvergleichsdienst «Dschungelkompass». «Schon die eigene Telefongesellschaft hat oft günstigere Angebote als das, was man aktuell hat.» Um einen Vergleich komme man nicht herum, wolle man Geld sparen. «Das Sparpotenzial ist aber riesig.»

Drei definierte Standard-Handynutzer zeigen auf, wie gross die Preisunterschiede bei der Verrechnung von Daten-Roaming sind. Oliver Zadori hat ausgerechnet, welche Gebühren «der Telefonierer», «der Surfer» und «der Alles-Nutzer» unter anderem bei Orange, Sunrise und Swisscom während seiner zweiwöchigen Ferien bezahlen muss.

Hier eine Übersicht über die verschiedenen Angebote für die drei typischen Nutzer:

Eine detaillierte Aufstellung finden Sie im Merkblatt «Tarifangebote für Nutzerprofile»

Der Preisunterschied zwischen den verschiedenen Anbietern ist bereits beim «Wenig-Nutzer» massiv. So zahlt der Swisscom-Kunde im Ausland für 15 SMS und rund 30 Minuten telefonieren 20 Franken. Für die gleiche Leistung verrechnet Sunrise knapp das Doppelte, nämlich 36 Franken. Beim «Alles-Nutzer» ergeben sich noch massivere Preisdifferenzen. Die Kosten alleine fürs Roaming belaufen sich mit einem Abo zwischen 30 Franken (Orange) und 367 Franken (Coop Mobile).

Ohne Spezial-Packet wird es noch teurer

Wenn Schweizer Handy-Nutzer im Ausland telefonieren und surfen wollen, sollten sie dies auf keinen Fall ohne Datenpaket bzw. ohne spezielle Option tun. Diese müssen sie unbedingt vor den Ferien abonnieren», meint Experte Zadori. Eine Auflistung der unterschiedlichen Angebote gibt es hier.

Die günstigste Variante: lokale SIM-Karte

Die Swisscom schneidet mit ihren neuen Ausland-Tarifen im Vergleich zu ihren Konkurrenten gut ab. Mit den Paketen, welche ab 1. Juli zu haben sind, kommen die Preise auf ein Niveau, das bezahlbar ist. Auffällig ist auch, dass die Schweizer Billigangebote wie «M-Budget» oder «Aldi Mobile» bei Nutzung im Ausland sehr teuer werden.

«Die günstigste Variante ist noch immer, wenn man eine SIM-Karte von einem Anbieter im Ferienland kauft», sagt Oliver Zadori. «Nur wenn man schon ein paar Mails abruft, ein bisschen Zeitung liest und im Facebook stöbert verbraucht man 10 bis 20 Megabite. Und dies ist mit den lokalen Tarifen viel billiger.»

Weitere Tipps: So laufen sie nicht in die Kostenfalle

  • Combox in den Ferien ausschalten – auf die Sprachmailbox umgeleitete Anrufe kosten dreimal: Ein erstes Mal für die Verbindung über das fremde Telefonnetz, ein zweites Mal für die Umleitung auf die Combox in die Schweiz und ein drittes Mal fürs Abhören der Mailbox vom Ausland in die Schweiz.
  • Daten-Roaming abschalten. Sonst kann das Handy unbemerkt aufs Internet zugreifen und Updates oder andere Daten herunterladen. Am besten lässt man das Daten-Roaming gleich beim Händler ausschalten.
  • Handy in den Ferien nur bei Bedarf einschalten – im Ausland kosten auch eingehende Anrufe.
  • Bei Anrufen in Abwesenheit nicht zurückrufen. Anrufer per SMS über Urlaub informieren.
  • SMS schreiben statt telefonieren.
  • Öffentliche Telefone benutzen.
  • Sich aus der Schweiz im Hotelzimmer anrufen lassen.
  • Ausländische Prepaid-Karten kaufen.
  • Mit Optionen günstiger aus dem Ausland telefonieren.
  • Nicht mit dem Handy surfen und wenn doch, dann nur mit Option. In der Regel ist es
  • günstiger, in Internetcafés oder im Hotel zu surfen als mit dem Handy.
  • Roaming-Tarife vergleichen.

Es wird billiger – aber auch komplizierter

In der EU laufen zurzeit Bestrebungen, die Roaming-Gebühren ganz abzuschaffen. Davon profitieren Handynutzer aus der Schweiz nicht direkt. Allerdings können Schweizer Kunden ab Sommer 2014 bei der Datenkommunikation einen lokalen Anbieter auswählen, dies mit der SIM-Karte des Heimanbieters.

Wie es mit dem sogenannten «Local Breakout» funktionieren wird, ist noch nicht klar. «Die Preise werden aber sicher fallen», gibt sich Oliver Zadori überzeugt. «Allerdings wird es nicht nur günstiger, sondern mit mehr Angeboten auch wieder komplizierter.»