Handy-Empfang im Zug: Im Test liegt Orange vor Swisscom

Wie gut oder schlecht ist der Handyempfang in Schweizer Zügen? «Espresso» liegen die Resultate des ersten Schweizer SBB-Tests des Fachmagazins «Connect» vor. Orange liegt im Gesamtvergleich vor Swisscom und Sunrise.

Das Telefonieren und Surfen ist im Zug für viele ein Frust. Das zeigt eine Stichprobe des Konsumentenmagazins «Espresso» auf Radio SRF 1 bei Bahnkunden. «Schlechte Verbindungen, Unterbrüche – ich bin gar nicht zufrieden» ärgert sich eine Kundin, und sagt damit, was viele denken. «Am ärgerlichsten ist es, wenn Telefonate einfach abbrechen. Auf einigen Strecken ist das Telefonieren fast unmöglich.»

Dass diese Vorwürfe nicht von der Hand zu weisen sind, bestätigt der erste grossangelegte Test des Telecom-Fachmagazins «Connect». Überraschend ist aber vor allem, dass Orange in der Gesamtwertung am besten abgeschnitten hat – vor Swisscom. Swisscom wirbt zwar grossmundig damit, das beste Netz der Schweiz zu haben. Im Zug ist dies offensichtlich nicht der Fall.

Probleme bei 10 von 100 Anrufen

Überrascht hat Bernd Theiss von Connect unter anderem die hohe Fehlerquote beim Telefonieren. Bei Swisscom und Sunrise kommt es bei rund 10 von 100 Gesprächen zu Problemen. Bei Swisscom gibt es im Regionalverkehr zudem viele Fehler beim Rufaubau und Gesprächsunterbrüche. Für kurze Telefongespräche sei das nicht schlimm, sagt Bernd Theiss von Connect gegenüber «Espresso»: «Um ein längeres Gespräch zu führen, reicht diese Qualität aber nicht aus.»

Messzeitpunkt soll Grund für schlechtes Abschneiden sein

Die Zahl der unterbrochenen Gespräche ist bei Swisscom im Fernverkehr mehr als doppelt so hoch wie bei Konkurrentin Orange (siehe Tabelle). Für Anina Merk,

Sprecherin von Swisscom, ist dieses Resultat «unschön». Sie begründet den Rückstand zu Orange mit dem Messzeitpunkt: «Wir waren bei den Messungen im Juli kurz vor einer Frequenzumstellung und mussten so anstehende Verbesserungen aufschieben. Unsere heutigen Messungen zeigen zum Teil ein ganz anderes Bild.»

Sunrise hat beim Netztest im Zug am schlechtesten abgeschnitten, dies vor allem im Fernverkehr. Auch Sunrise argumentiert mit massiven Umstellungen, die derzeit im Gang seien. Elmar Grasser, COO von Sunrise sagt: «Der Test wurde just in einer Phase gemacht, in der extrem viel umgebaut wird. Wir machen gerade massive Veränderungen am Netz, dies wird sich in einer künftigen Messungen ganz sicher positiv auswirken.»

Langsame Downloadgeschwindigkeit bei Sunrise

Insbesondere beim Surfen im Fernverkehr zeigen sich bei Sunrise Schwächen. Die Downloadgeschwindigkeit ist dort fast halb so schnell wie bei Konkurrentin Orange. Für Bernd Theiss von Connect ist klar: «Bei Sunrise muss man sich bei

In einem Koffer stecken drei Handys, die mit Kabeln mit Messtechnik verbunden sind.

Bildlegende: Mit umfangreicher Technik gingen die Handy-Abos der drei grossen Anbieter auf Reisen. SRF

Datentransfers auf längere Wartezeiten einstellen.» Elmar Grasser von Sunrise widerspricht: Der Unterschied sei für die Kunden kaum spürbar. Fakt ist jedoch: Bei Sunrise ist die durchschnittliche Downloadrate zum Teil nur fast halb so hoch wie bei der Konkurrenz.

Verbesserungspotenzial erkannt

Die Mobilfunkanbieter haben das Verbesserungspotenzial im Zug offenbar erkannt. Gerade diese Woche haben sie kommuniziert, dass sie gemeinsam mit der SBB nach den Fernverkehrszügen jetzt auch die Wagen des Regionalverkehrs mit Signalverstärkern, sogenannten Repeatern, ausrüsten wollen.

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