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Multimedia Immer kürzere Zahlungsfristen: Orange verärgert Kunden

Seit März verändert Orange Communications AG im Rahmen der Systemumstellung die Zahlungsfrist der Kunden. Gemäss Schreiben an die Kunden auf acht Tage. Damit verärgert der Telekomkonzern seine Kunden. «Kassensturz» sagt, was bei den Zahlungsfristen gilt.

Legende: Video 15.04.14: Immer kürzere Zahlungsfristen: Orange verärgert Kunden abspielen. Laufzeit 5:13 Minuten.
Aus Kassensturz vom 15.04.2014.

Die Verkürzung stösst bei Orange-Kunden auf Unverständnis. So auch beim 32-jährigen Gion Stiffler aus Bad Ragaz: «Ich habe zuerst gedacht, es sei ein Schreibfehler in diesem Brief.» Doch er recherchierte und fand rasch heraus: Das ist kein Fehler. Orange meint es tatsächlich ernst.

Orange-Brief, indem die Rechnungsumstellung erklärt wird.
Legende: Das Informationsschreiben an die Orange-Kunden. SRF

«Wie soll man denn die Rechnung fristgerecht bezahlen, wenn man beispielsweise zwei Wochen in die Ferien verreist oder sonst irgendwie verhindert ist?», dachte sich Gion Stiffler und meldete sich beim «Kassensturz». Auch weitere Orange-Kunden haben sich deshalb bei der Redaktion gemeldet.

«Kassensturz» fragte bei Orange nach. Der Telekomanbieter begründet die Anpassung der Frist mit der «Vereinheitlichung des Rechnungszyklus».

Drei Mobilfunkanbieter in Überblick

«Kassensturz» fragte bei den grossen Mobilfunkanbieter nach, wie die Zahlungsfristen geregelt sind. Und der Vergleich zeigt: Bei keinem anderen Anbieter sind die Zahlungsfristen so knapp berechnet wie bei Orange.

Tabelle mit Swisscom, Sunrise und Orange.
Legende: Die Zahlungsfristen der Anbieter im Vergleich. SRF

Swisscom erstellt die Rechnung ab dem 31. des Monats. Diese sollte im Folgemonat bis spätestens am 16. beim Kunden eintreffen. Bezahlt werden muss sie bis zum Monatsende. Die Abrechnungsperiode geht vom 1. bis zum 31.

Die Sunrise-Rechnungen werden ebenfalls ab dem 31. erstellt und sollten im Folgemonat bis zum 16. beim Kunden eintreffen. Die Zahlungsfrist ist dann das Monatsende. Auch hier geht die Abrechnungsperiode vom 1. bis zum 31.

Anders ist es bei Orange: Die Rechnung wird nach den aktuellsten Anpassungen bei Orange am 10. erstellt und gemäss Informationsschreiben soll der Kunde bis spätestens am 20. des Monats die Rechnung erhalten. Bis am 28. desselben Monats muss diese bezahlt werden. Abrechnungsperiode: vom 9. auf den 10.

Gemäss Orange alles nur ein Missverständnis

Auf Anfrage von «Kassensturz» dementiert Orange allerdings die 8 Tage Zahlungsfrist und behauptet: «Orange gewährt eine Zahlungsfrist von 14 Tagen für die Papier- und 17 Tagen für die elektronische Rechnung. Das Kundenschreiben basierte auf einer falschen Annahme bei der Postzustellung. Richtig ist das Empfangsdatum 15. des Monats. Wir entschuldigen uns bei unseren Kunden für die entstandene Unsicherheit und haben dies auf unserer Webseite bereits entsprechend publiziert.»

Orange beruft sich darauf, dass der Rechnungserstellungsprozess optimiert wurde und die Zustellung via Post maximal 5 Tage dauert.

Auffallend ist, dass die beiden anderen Mobilfunkanbieter mit einer deutlich höheren Postzustellung rechnen, und zwar bis zu 16 Tage. Tatsächlich: Auch Orange-Kunde Gion Stiffler hat am 15. April noch keine Rechnung erhalten.

Angst vor Mahnungen

«Ich finde das nicht kundenfreundlich», sagt Orange-Kunde Gion Stiffler zur knappen Zahlungsfrist. Zudem sieht er die Gefahr, dass der Mobilfunkanbieter ihm das Handy abschaltet, wenn er in den Ferien ist und die Frist verpasst.

Da beruhigt Orange und erklärt, dass die erste Mahnung erst nach 43 Tagen komme: «Damit haben die Kunden auch bei ausserordentlichen Verzögerungen der Rechnungsstellung genügend Zeit für eine termingerechte Zahlung.»

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97 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Berleth, 6006 Luzern
    Ich habe seit Anfang an nur Ärger mit Orange! Eine Kollegin schloss für mich das Abo ab, da ich zum Zeitpunkt des Angebots nicht in der Schweiz war. Eine Umschreibung des Vertrages benötigte 5 Brief an Orange, es dauerte 10 Monate! Jedesmal hiess es auf Anfrage, der Brief sei nicht angekommen, ich solle ihn neu senden. Man sagte mir, es sei ein Formular umgestellt und der Prozess geändert worden. Bei Orange weiss eine Hand nicht, was die andere macht. Nur eines von zahlreichen weiteren Problemen
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  • Kommentar von Danijela Alilovic, 9403 Goldach
    Ich habe auch Mahnungen,trotz den bezahlten Rechnungen für Handys.Habe die Rechnungen nochmals bezahlt und eineschriebene Briefe an Buchhaltungs Direktor und Orange Direktor geschickt.Die Antwort war man würde mir von der nächsten Rechnung 90 Franken gutschreiben.Wegen der Umtriebe.Die Rechnung kam,aber es wurde NICHTS gut geschrieben.Ich werde den Fall meinen Anwalt weiter geben und den Anbieter wechseln.Das sind doch Umstände, wie in altem Rom!
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  • Kommentar von Nassoh Tamara, 3018 Bern
    Mir wurde das Abo zwei mal abgeschaltet,nach kurzer Verzögerung der Rechnung. Dazu kamen natürlich Mahnkosten und teure aufschaltgebühren. Da ich und meine Tochter ein Abo haben,lies ich die Nummern zusammenführen zu einer Rechnung. Die letzte Rechnung blieb so liegen bei Orange unter der alten Kundennummer. Diese Rechnung wurde mir nie gestellt, weder gemahnt noch die Linie abgestellt wie beim letzten mal. Es kam eine Betreibung ,hohe Kosten von Intrum ,einer Inkassofirma.
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    1. Antwort von Hemke Schenk, Jona
      Die Kosten welche Intrum, oder auch eine andere Inkassofirma in Rechnung stellen müssen nicht bezahlt werden. Am besten einfach die letzte Rechnung bezw. Mahnung inkl. Mahnkosten bezahlen. Nie jedoch die Kosten für das Inkassobüro!
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