Internet-Kriminalität: So surfen Sie sicher!

Noch nie gab es so viele Betrugsversuche via Internet wie im vergangenen Jahr. Viele kommen ins Grübeln und fragen sich: Ist mein Computer noch ausreichend geschützt? SRF-Digitalexperte Guido Berger fasst die wichtigsten Sicherheitsregeln zusammen.

Seit Jahren nimmt die Anzahl von Betrugsversuchen via Internet stetig zu. Dies bestätigen Statistiken, welche der Bund letzte Woche veröffentlicht hat.

Im Jahr 2014 wurden der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität KOBIK 10'214 Fälle von Betrug, Kinderpornographie oder Hackerangriffen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 10,9 Prozent.

Anteilsmässig nahmen vor allem Meldungen zu Betrugsversuchen zu. Mittlerweile geht es bei zwei Dritteln der Meldungen um Betrug. 2009 waren es noch weniger als 10 Prozent.

Besonders im Visier haben die Kriminellen den E-Mail-Verkehr oder den Austausch von Dateien, die sie für unlautere Zwecke missbrauchen. Ein Beispiel hierfür sind gefälschte Anzeigen auf Kleinanzeige-, Auktions- und Wohnungsplattformen.

Ziel der Betrüger ist es, aufgrund des tiefen Preises die Kaufinteressenten zu einer Vorschusszahlung zu bewegen, ohne dann aber die in Aussicht gestellte Ware zu liefern.

Schutz gegen Viren & Trojaner ist einfach

Eine gute Grundlage für den Schutz gegen Betrug sind folgende Massnahmen:

  • Aktualisieren des Betriebssystems und des Browsers
  • Installieren und aktualisieren eines Anti-Virenprogramms

SRF-Digitalexperte Guido Berger beantwortet die wichtigsten Fragen zu Virenschutz von Computern:

Muss man sich als User aktiv um die Aktualisierung des Betriebssystems und des Browsers kümmern oder geht das automatisch?

Berger: In der Regel sind Computer beim Kauf so eingerichtet, dass die Aktualisierung automatisch geschieht. Die Nutzer werden jedoch meist mit einer Meldung gefragt, und müssen die Aktualisierung bewilligen. Wurde die automatische Aktualisierung ausgeschaltet sein, sollte sie umgehend wieder aktiviert werden.

Reicht auch ein Gratis-Antiviren-Programm?

Berger: Ja. Ein Gratis-Virenschutz ist besser als gar keiner. Die Gratisprogramme bieten einfach weniger Funktionen.

Brauchen Apple-Computer kein Anti-Virenprogramm?

Berger: Das war früher so, da es prozentual eine sehr kleine Anzahl Apple-Computer gab. Diese waren damals ein zu wenig attraktives Ziel für Hacker, um sie anzugreifen. Heute sind Apple-Computer weit verbreitet. Sie sollten auch mit einem Antiviren-Programm ausgerüstet sein.

Wie kann man sich gegen betrügerische «Phishing»-Mails schützen (siehe Rubrik «Schredder»)?

Berger: Gegen diese Mails helfen keine Antiviren-Programme. Ein guter Rat ist, diese Mails einfach zu löschen. Wenn eine Firma, ein Finanzinstitut oder auch iTunes dazu auffordert, sich einzuloggen und Login und Passwort anzugeben, handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um einen Betrugsversuch.

Weitere Tipps finden Sie hier.

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