Keine Pflicht mehr für Analog-TV

Die Pflicht, dass Kabelnetz-Betreiber in ihrem analogen Angebot bestimmte Fernsehprogramme verbreiten müssen, wird aufgehoben. Diese Aufhebung erfolgt in zwei Schritten: ab 1. Juni 2013 für ausländische Programme, ab Ende 2014 auch für die SRG-Programme und konzessionierte Regionalsender.

TV mit Fernsteuerung

Bildlegende: Keystone

Heute werden in rund 85 Prozent der Schweizer Haushaltungen Fernsehprogramme auf mindestens einem Gerät digital empfangen. Damit ist für das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) die Dichte gross genug, um die Pflicht zur Verbreitung von bestimmten TV-Programmen im analogen Angebot aufzuheben. Für das digitale TV-Angebot bleibt sie dagegen bestehen.

Noch 400‘000 «analoge» Haushalte

Das Uvek und der Branchenverband Swisscable schätzen, dass derzeit noch auf rund 400‘000 Anschlüssen analog ferngesehen wird. Digital sind es 2,7 Millionen Anschlüsse. Kabelnetzbetreiber sind daran interessiert, ihr analoges Angebot beschränken zu können, da jeder Analogsender den Platz von zehn Digitalprogrammen in normaler Auflösung benötigt.

Kabel-TV-Anbieter, die ihren Kunden gratis Digital/Analog-Wandler anbieten, sind bereits ab sofort von der Pflicht entbunden, bestimmte TV-Programme auch analog zu verbreiten. Dies trifft beispielsweise auf UPC Cablecom zu. Mit einem solchen Wandler können Digitalprogramm auch auf älteren Röhren-Fernsehgeräten geschaut werden.

Es gibt keine Analog-TV-Pflicht

Eine Pflicht überhaupt analoge Fernseh-Programme verbreiten zu müssen, gibt es in der Schweiz nicht. «Jedem Anbieter steht es frei, überhaupt keine analogen TV-Programme zu verbreiten», sagt René Wehrlin vom Uvek. Swisscom verbreite beispielsweise nur digitale Programme. Bisher galt einfach die Regelung: «Wenn analoge Programme verbreitet werden, dann müssen darunter auch die Pflichtprogramme sein», so René Wehrlin. Dieser Grundsatz werde nun schrittweise aufgehoben.


Interview Analog-TV SRF3

3:17 min, aus Espresso vom 13.05.2013

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) begrüsst das Vorgehen des Uvek. Der Fahrplan sei ganz in ihrem Sinn, meint SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder: «Für uns ist wichtig, dass rund 90 Prozent der Leute auf Digital-TV umgestiegen sind. Dies wird bis Ende 2014 der Fall sein.» Wichtig sei auch, dass ein Kabelnetzbetreiber die Abo-Kosten nicht erhöhen darf, falls er schon vor 2015 umstellt und allenfalls ein breiteres Spektrum an Kanälen zur Verfügung stellt.