Nach Primacall gelobt auch Suissephone Besserung

Der Preselection-Anbieter Suissephone hat einem richterlichen Vergleich mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft Seco zugestimmt. Demnach muss Suissephone nun Sterneinträge im Telefonbuch beachten und dafür sorgen, dass bei Telefonverkäufen keine Verwechslungsgefahr mit der Swisscom mehr entsteht.

Immer wieder haben sich beim Seco und auch beim Konsumentenmagazin «Espresso» Konsumenten gemeldet, denen Suissephone-Mitarbeiter am Telefon vorgegaukelt hatten, sie würden im Namen der Swisscom anrufen. Dabei machte sich das Unternehmen auch die Verwechslungsgefahr der beiden Namen zu Nutze.

«Suissephone Communications GmbH» muss am Telefon transparent sein

Damit soll nun Schluss sein, wie Philippe Barman vom Seco erklärt: «Die Firma ist im Handelsregister als Suissephone Communications GmbH registriert. Mitarbeiter müssen nun bei jedem Telefonat von Anfang bis zum Schluss diesen Namen gebrauchen.»

Ausserdem hat sich Suissephone dazu verpflichtet, endlich den Stern im Telefonbuch zu respektieren. Und: Die Mitarbeiter müssen den potentiellen Kunden unmissverständlich klar machen, dass diese bei Vertragsabschluss auch weiterhin den Swisscom-Anschluss behalten und bezahlen müssen.

Es muss klar gemacht werden, dass lediglich das Telefonieren nun mittels Preselection-Methode läuft und dies durch Suissephone durchgeführt und verrechnet wird.

Erfahrung mit Primacall macht das Seco zuversichtlich

Der Vergleich wurde vor dem Richter des Handelsgerichts des Kantons Zürich geschlossen. Hält sich Suissephone nicht an die Vorgaben, droht eine Busse bis maximal 5000 Franken.

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Bildlegende: Hauptsitz der Suissephone in Winterthur. zvg

Dies ist zwar nicht viel, trotzdem ist Philippe Barman vom Seco zuversichtlich, dass es nicht dazu kommen wird. Der Grund: Bereits vor einem halben Jahr ist es zu einem vergleichbaren Vergleich mit einem anderen Preselection-Anbieter gekommen: Primacall.

Keine weitere Klage gegen Preselection-Anbieter

Seit dem Vergleich hat sich die Zahl der Beschwerden beim Seco laut Philippe Barman drastisch reduziert: «Was den Sterneintrag und die Täuschungsgefahr mit der Swisscom angeht, hat sich die Lage beruhigt.»

Dies bestätigt auch die Swisscom. Auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» auf Radio SRF 1 schreibt die Swisscom, man habe seit dem richterlichen Vergleich «so gut wie keine Beschwerden» mehr betreffend Primacall.

Zurzeit sei auch keine weitere Klage in Sachen Preselection-Anbieter geplant, erklärt Philippe Barman vom Seco: «Das waren die beiden wichtigsten Unternehmen, die wir auf dem Radar hatten. Es gibt aber noch weitere und wir beobachten den Markt weiterhin.»

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Dreiste Telefonfirma: Jetzt handeln die Behörden

10 min, aus Kassensturz vom 14.10.2014