Orange führt endlich Roaming-Kostensperre ein

Bislang musste tief in die Tasche greifen, wer mit seinem Orange-Handy im Ausland Daten herunterlud. Eine automatische Sperre fehlte. Die Kunden bekamen gesalzene Rechnungen. Recherchen von «Espresso» zeigen: jetzt, nach den grossen Sommerferien führt Orange endlich eine Kostensperre ein.

Handy am strand

Bildlegende: Keystone

6'278 Franken. In Worten: Sechstausendzweihundertachtundsiebzig. So hoch war «Espresso»-Hörer Patrick Hitzners Rechnung im Juni. Grund: Die Apps seines Smartphones hatten während der Ferien von ihm unbemerkt unzählige Daten heruntergeladen. Dies konnte ihm nur passieren, weil er Orange-Kunde war.

Sunrise und Swisscom kennen Sperre schon lange

Bei den beiden anderen Anbietern gibt es für solche Fälle eine Roaming-Sperre. Diese wird ausgelöst, wenn im Ausland für einen hohen Betrag Daten heruntergeladen werden. Der Kunde muss in einem solchen Fall selbst aktiv werden und seine Datenverbindung wieder entsperren lassen.

Orange versprach in einem Beitrag des Konsumentenmagazins «Espresso» auf Radio SRF 1 noch im letzten August, «dass mit Hochdruck an einer solchen Sperre gearbeitet würde.» Auf einen Einsatz wartete man jedoch vergeblich, unglaublich hohe Rechnungen waren nach wie vor die Folge.

Sperre ist nun endlich im Einsatz

Als «Espresso» Orange-Sprecherin Therese Wenger auf Patrick Hitzners Rechnung anspricht, erfahren wir zweierlei: Auch Orange hat vor wenigen Tagen endlich eine Kostensperre aktiviert. Und Patrick Hitzner wird nicht den vollen Betrag bezahlen müssen.

«Wir zeigen uns in solchen Fällen jeweils kulant. Herr Hitzner wird noch für ungefähr 1‘400 Franken aufkommen müssen», so Wenger. Dies sei auch der Betrag, den Orange an den ausländischen Anbieter zahlen müsse.

Probleme bei Einführung der Sperre

Weshalb aber kommt die Sperre erst jetzt, solange nach den beiden anderen Anbietern? «Diese Fälle ereignen sich meistens nach den Sommerferien. Deshalb führen wir die Sperre nun ein», antwortet Wenger. Und es habe Probleme gegeben im Juli. Ein Einsatz sei erst im August möglich gewesen.

Funktioniert das System, so werden hohe Rechnungen wegen Daten-Roaming in Zukunft bei Orange ausbleiben. Dies dürfte für Patrick Hitzner nur ein kleiner Trost sein. Für ihn waren die Sommerferien 2013 vor allem eines: teuer.