Unerklärlicher Verbrauch von mobilen Daten

Viele Salt-Kunden sollen plötzlich hunderte von Megabyte heruntergeladen haben - haben aber keine Ahnung, wie dieser Verbrauch zustande kam. Eine mögliche Erklärung: Zu Hause lädt das Handy die Daten statt vom W-LAN vom Telefonnetz herunter.

Hansruedi Weiss staunte nicht schlecht, als seine 16-jährige Tochter mit ihrem Salt-Handy-Abo innerhalb weniger Tage ein ganzes Gigabyte Daten aufgebraucht hatte: «In den Monaten davor ist das bisher nur einmal vorgekommen. Meine Tochter hat weder ihr Surfverhalten verändert noch Videos oder Filme angeschaut. Sie nutzt das Handy hauptsächlich daheim übers W-LAN.»

Das gleiche erlebt hat auch Salt-Kundin Bente Lorenz: «Ich habe mein Surfverhalten überhaupt nicht verändert und kann mir nicht erklären, warum ich innerhalb von wenigen Tagen plötzlich ein Gigabyte Daten verbraucht haben soll.»

Als das Datenvolumen aufgebraucht war, konnte Bente Lorenz unterwegs nicht mehr surfen. Whatsapp oder das Navigationsprogramm funktionierten nicht mehr. Erst als sie daheim wieder W-LAN hatte, tröpfelten die Nachrichten wieder rein: «Trotzdem hat mir Salt einen zusätzlichen Verbrauch von mobilen Daten für über 100 Franken verrechnet, obwohl ich ja unterwegs gar nicht mehr surfen konnte.» Sie erhob schriftlich Einspruch gegen die Rechnung und forderte eine Antwort von Salt.

Bente Lorenz vermutet, dass Salt seit der Umstellung ein Problem bei der Erfassung der mobilen Datennutzung hat: «Das Problem ist erst aufgetaucht, als Orange in Salt umgewandelt wurde.»

Daten wurden unbemerkt verbraucht

Auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1 sagt die Medienverantwortliche von Salt, Therese Wenger, dass durch die schnelleren Datenverbindungen auch mehr Daten heruntergeladen würden. Die neuen Betriebssysteme verbrauchten zudem massiv mehr Daten als ältere Versionen.

«Wenn man über W-LAN surft, kann es ausserdem sein, dass der Datenverkehr trotzdem über das Mobilfunknetz abgewickelt wird. Dies ist dann der Fall, wenn das Funksignal stärker ist als das W-LAN-Signal.» Dabei merke der Kunde nicht, dass er gar nicht über W-LAN, sondern über mobile Daten surfe. Ein Softwarefehler oder ein Zusammenhang mit dem Namenswechsel könne ausgeschlossen werden, sagt Wenger gegenüber «Espresso».

Mobile Daten ausschalten

Wer verhindern will, dass er unbemerkt mobile Daten verbraucht, kann die Funktion ausschalten, sobald er über W-LAN surft. Oder man lädt sich eine App herunter, welche den Datenverbrauch genau misst. Dabei kann man auch zwischen mobilen Daten und W-LAN unterscheiden. Die im Handy eingebauten Zähler sind meist nicht sehr genau.

Hansruedi Weiss und Bente Lorenz haben jedoch das Vertrauen in Salt verloren. Weiss sagt: «Ich habe das Abo meiner Tochter bei Salt gekündigt und den Anbieter gewechselt.» Gekündigt hat auch Lorenz: «Einem Anbieter der nicht nachvollziehbare Rechnung stellt, kann ich nicht vertrauen.»