SBB macht aus kleinen Verspätungen grosse

Der Zug ist abgefahren: Das gilt für SBB-Kunden im Dreieck Bern-Basel-Zürich nun öfter. Anschlusszüge warten Verspätungen nämlich nicht mehr ab. Der «Kafisatz» von «Espresso» zeigt: Erst mit diesem Pilotprojekt macht der SBB-Werbeslogan Sinn.

Kafisatz-Logo mit Vierzeiler.

Bildlegende: Das Pilotprojekt der SBB gab zu reden. Da kommt der «Kafisatz» nicht drumherum. SRF

Die SBB testet zurzeit, ob die Züge insgesamt pünktlicher werden, wenn sie Anschlüsse nicht mehr abwarten müssen. Ein Pilotprojekt läuft im Dreieck Bern-Basel-Zürich.

Wer also zum Beispiel von Bern nach Zürich fährt und dort nach Schaffhausen umsteigen will, verpasst den Anschluss allenfalls um zwei Minuten und muss eine halbe Stunde warten.

Laut der SBB zeigen Untersuchungen, dass die Pünktlichkeit im ganzen Netz steigt, wenn die Wartezeit der Züge knapp bemessen ist. Das Pilotprojekt läuft bis Ende Jahr. Nächstes Jahr entscheidet die SBB dann, ob und wie lange in Zukunft Anschlusszüge eine Verspätung noch abwarten müssen.

Null Verständnis für eine Nulltoleranz bei Anschluss-Zügen hat die ÖV-Kunden-Organisation Pro Bahn. Präsident Kurt Schreiber sagt: «Der reisende Kunde rechnet damit, dass bei kleineren Zwischenfällen der Anschluss gewährleistet ist.» Wenn aber wegen zwei bis drei Minuten Verspätung die Reise um eine halbe Stunde verlängert werde, mache dies die Bahn als Ganzes weniger attraktiv.

Zum Nachhören:

Die Links dazu:

«Dä Kafisatz»

«Dä Kafisatz»

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