«Dumme Konsumenten sollen ihre Hirnzellen brauchen!»

In einer Spezialsendung berichtete das Konsumentenmagazin «Index 5 vor 12» im Oktober 1976 ausschliesslich über Gauner und Schlaumeier. Dabei gab es auch ordentlich Schelte für Konsumentinnen und Konsumenten.

«Wer unbedingt der Dumme sein will, darf das.» Dieses Fazit zieht «Index»-Moderatorin Edith Bussmann am 12. Oktober 1976 nach einer Spezialsendung zu damals aktuellen Betrügereien. In der Sendung wurde unter anderem über ein dubioses Institut berichtet, das nutzlose Kurse in Graphologie, dem Deuten von Handschriften, angeboten hatte. Und es ging um ein Buch, für welches mit dem Versprechen geworben wurde: «Diese Methode hat Tausende reich gemacht!»

Abzocker bekommen ihr Fett weg

Selbstverständlich wurden diese Gaunereien in der Spezialsendung kritisiert. So wurde etwa der Anbieter der nirgendwo anerkannten Graphologie-Kurse als Lügner enttarnt und das Buch zum Reichwerden stellte sich als Abzocke einer Briefkastenfirma heraus.

... aber auch die Konsumenten

Was an der damaligen Sendung besonders überrascht, ist der harsche Ton, mit welchem das Magazin auch die Konsumentinnen und Konsumenten direkt angesprochen hat: Es sollten sich doch immer mehr Leute darauf besinnen, meinte Moderatorin Edith Bussmann, «dass sie so etwas wie einen gesunden Menschenverstand haben», und sie sollen doch «ihre kleinen, grauen Zellen brauchen». Das Mitgefühl für Menschen, die in eine Falle getappt waren, war an einem kleinen Ort: «In den meisten Fällen ist denen nicht mehr zu helfen – auch von Index nicht.»

Sechs Beispiele aus der Sondersendung über Gauner von 1976:

Ihr Retro-Beitrag:

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Was hat Ihren Konsumalltag in den 1970er und 80er Jahren geprägt? Auf welches Produkt oder welche Dienstleistung konnten sie nicht verzichten? Schreiben Sie uns!

«Espresso retro»

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40 Jahren Konsumenten-Sendungen im Radio SRF 1. Lesen Sie hier alle Beiträge zu dieser Serie.