Mit Golfen Städte entdecken

In der Thurgauer Hauptstadt Frauenfeld kann man sich im Stadtgolf üben. Hier handelt es sich um eine Mischung aus Minigolf und traditionellem Golf. Unter anderem soll man dabei die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten besser kennenzulernen. «Espresso» hat es für seine Sommerserie 2015 ausprobiert.

Anfang Juli habe ich mich mit Fabrizio Hugentobler und Claudia Bühler vom Schul- und Sport-Departement Frauenfeld zum Stadtgolf verabredet. Wir haben sechs Bahnen absolviert und dafür eineinhalb Stunden gebraucht. Insgesamt gibt es in Frauenfeld 14 Stadtgolf-Bahnen.

Will man alle machen, muss man etwa vier Stunden einberechnen. Man kann die Reihenfolge aber gut selbst bestimmen und auch abkürzen, wie wir das gemacht haben. Vor allem an heissen Tagen ist dies empfehlenswert.

Mischung aus Minigolf und Golf

Die Distanz zwischen Abschlag und Loch ist beim Stadtgolf ähnlich wie beim Minigolf. Man muss den Ball meistens nur wenige Meter weit schlagen. Dafür spielt man aber wie beim traditionellen Golf auf Rasen. Ausgerüstet ist man mit einem dreiseitigen Golfschläger, einem Minigolf-Ball und einer Karte, die zeigt, wo die Parcours sind.

Abenteuer inklusive

Manchmal erinnert die Bahn mehr an einen Urwald als an einen Golfplatz. Im Botanischen Garten zum Beispiel muss man den Abschlagplatz zwischen dicken Bäumen und Gestrüpp suchen.

Laut Schul- und Sportvorsteher Fabrizio Hugentobler muss das so sein. Die Stadt Frauenfeld habe von Anfang an gesagt, dass sie keine Bewirtschaftung des Parcours mache.

«Die Natur spielt mit», sagt er. Und als ich den Weg nicht finde: «Es gibt keine Schilder, weil vieles unter Denkmalschutz steht.» So wird das Golfen abenteuerlicher als auf dem normalen Golfplatz. Und – so verspricht die Internetseite – man lernt die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen.

Die Bewertung

Erlebnisfaktor:
■ ■ ■ ■ ■ ○ ○ ○ ○ ○ (5 von 10 Punkten)
Anforderungen (Fitness etc.):
Man muss kein Sportler sein, um stadtgolfen zu gehen. Die Länge des Parcours kann man selber bestimmen. Wer alle Bahnen absolvieren will, muss allerdings fit sein für eine vierstündige Stadtwanderung! Für Menschen mit Gehhilfen oder Rollstuhl ist Stadtgolf nicht geeignet, man muss bei einigen Bahnen über unwegsames Gelände gehen (z.B. Wiesen).
Kosten:Erwachsene zahlen 6 Franken. Kinder und Jugendliche bis 16 zahlen 3 Franken. Für Gruppen ab zehn Personen gibt es spezielle Gruppenpreise. Für die Golfschläger muss man ein Depot von 50 Franken oder einen amtlichen Ausweis hinterlegen.
Anreise:Der Bahnhof Frauenfeld ist etwa 10 Minuten von der Badi entfernt, wo man Schläger beziehen kann.
Kinder? Altersgrenze?
Stadtgolfen kann man mit der ganzen Familie. Es gibt Schläger in verschiedenen Grössen. Es ist jedoch nicht empfehlenswert, kleinere Kinder im Kinderwagen mitzunehmen (siehe Anforderung).
Gefallen hat mir:
Im Gegensatz zur normalen Minigolf-Anlage muss man beim Stadtgolf nicht in der Schlange stehen und man muss auch nicht stressen, weil andere Leute warten. Ähnlich wie bei einem Vita Parcours ist man relativ frei, kann Posten auslassen und auch mal abkürzen. Die unkonventionellen Bahnen, die in der Natur eingebaut sind, machen Spass.
Nicht gefallen hat mir:
Die Stadt verspricht, dass man Frauenfeld und seine Sehenswürdigkeiten kennenlernt. Was zu sehen ist, hat man allerdings schnell gesehen.
Schlussbilanz:Stadtgolf kann ein Spass für die ganze Familie sein. Allzu viel sollte man aber nicht erwarten. Empfehlenswert ist es, zusätzlich ein Picknick oder einen Besuch in
der Badi zu planen. Bei starkem Regen kann man kein Stadtgolf spielen.

Anbieter

«Espresso usser Huus»

«Espresso usser Huus»

In der Sommerserie probiert «Espresso» Ausflugs-Angebote aus und bewertet sie. Zu den Beiträgen