«Usflüg usprobiere»: Willkommene Abkühlung in den Höllgrotten

Dem Sommer für ein paar Minuten entfliehen? Kein Problem! In den Höllgrotten von Baar ZG herrschen konstant Temperaturen von zehn Grad. Die Abkühlung ist allerdings nicht der Hauptgrund für einen Besuch in den Tropfsteinhöhlen. «Espresso» taucht ab zu wunderschön ausgeleuchtete Kalk-Landschaften.

Schon der Weg zu den Höllgrotten ist ein Erlebnis: Von Baar geht es rund drei Kilometer der Lorze entlang durch ein malerisches Waldgebiet, wahlweise zu Fuss, mit dem Velo - oder auch mit dem Auto. Gleich unterhalb der Grotten befinden sich ein Parkplatz und ein Kiosk. Von dort sind es nur noch wenige Meter bis zum Eingang – und bis zur wohlverdienten Abkühlung.

Stalaktiten – oder doch Stalagmiten?

Beim Eingang erwarten die Besucher die ersten riesigen Stalaktiten (hängen von der Decke) und Stalagmiten (wachsen vom Boden). Die neue LED-Beleuchtung eines deutschen Lichtkünstlers hebt die bizarren Kalkablagerungen im gesamten Grotten-Komplex bestens hervor. Mit etwas Fantasie lässt sich dabei erkennen, wie die «Bärengrotte», die «Märchengrotte» oder das «Zauberschloss» zu ihren Namen gekommen sind.

Die Grotten können auf eigene Faust besucht werden – in der Gruppe lohnt sich jedoch eine Führung. An diesem heissen Juni-Tag erzählt Führer Joel Sutter dem «Espresso»-Reporter und einer Gruppe Altpfader viel Wissenswertes und Erstaunliches.

Seit 1887 offen für die Bevölkerung

Dazu gehört die weltweit einzigartige Entstehung der Grotten-Gruppe im Lorzetobel oder die spannende Entwicklung der Grotte seit der Entdeckung in den 1860er-Jahren bis zur sanften Renovation 2012 mit dem neuen Lichtkonzept. Seit 1887 sind die Höllgrotten Anziehungspunkt für Touristen von nah und fern. In neuerer Zeit sind auch Märchenführungen und ein Kristall-Klangerlebnis dazugekommen.

Ein besonderes Erlebnis für Jung und Alt

Zugegeben: In der Höhle passiert nicht viel. Doch es gibt umso mehr zu entdecken. Neben den beeindruckenden Kalk-Formationen laden unter Anderem unterirdische Seen, der «Grüne Bart» (Moos, welches nur wegen der künstlichen Beleuchtung wächst) oder tausende Jahre alte versteinerte Bäume zum Verweilen und Staunen ein. LED-Lampen mit wechselnden Farben und Sphärenklänge in einigen Grotten komplettieren ein beinahe meditatives Erlebnis.

In den Höllgrotten tummeln sich Alt und Jung – die Begehung des Höhlensystems ist kein Problem. Hie und da muss man sich jedoch ducken und Pfützen ausweichen. Die Altpfader, die «Espresso» begleitet, sind alle über 70, und sie haben genauso wenig Probleme auf den insgesamt knapp 300 Metern des Grottensystems, wie Schulklassen oder Kleinkinder, die mit ihren Eltern unterwegs sind. Gutes Schuhwerk und eine Regenjacke sind empfehlenswert, es tropft konstant von der Decke.

Nützliche Informationen:

Erlebnisfaktor:
■■■■■■○○○○ (6 von 10 Punkten)
Anforderungen (Fitness etc.):Keine besonderen Anforderungen. Die Höllgrotten sind allerdings nicht rollstuhltauglich. Wer nicht gut zu Fuss ist, sollte die Verantwortlichen vorgängig kontaktieren, ob eine Begehung trotzdem möglich ist.
Kosten:Einzeleintritt ab 16 Jahren: 12 Franken; Einzeleintritt 6 bis 16 Jahren: 6 Franken; Kinder bis 6 Jahren: Gratis.
Es gibt beim Eintritt Ermässigungen, z.B. für Lernende und Gruppen. Führungen (für maximal 12 Personen pro Gruppe):
151.20 Franken (zusätzlich zum Eintritt).
Anreise:Zu Fuss ab Bahnhof Baar: 1 Stunde. Für Anreisen mit dem Auto steht ein Parkplatz zur Verfügung.
Mit oder ohne Kinder? / Altersgrenze:Es gibt keine Altersgrenze, der Kinderwagen muss allerdings draussen bleiben.
Gefallen hat mir:An einem heissen Sommertag ist die Abkühlung sehr willkommen. Die Kalkformationen sind an und für sich schon
beeindruckend, mit der liebevollen Lichtinstallation ergeben sich jedoch noch ganz neue Eindrücke. Die Führer sind kompetent, äusserst nett und passen sich dem Tempo der Gruppe an.
Nicht gefallen hat mir:An Tagen mit vielen Besuchern herrscht besonders beim Eingang zur Grotte ein Gedränge.
Schlussbilanz:Ein Ausflug zu den Höllgrotten lohnt sich gerade in den Sommermonaten. Die Umgebung im Lorzetobel ist für sich schon eine Wanderung oder eine Velofahrt wert. Der Besuch der Höllgrotten führt dann zur wohlverdienten Abkühlung – inklusive
grandiose visuelle Eindrücke.

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