250 kg pures Gold aus Abfall

Schweizer Kehricht-Deponien sind wahre Goldgruben: Jedes Jahr landet Gold im Wert von über 10 Millionen Franken im Kehricht - und damit letztlich in den Rückständen der Verbrennungsanlagen (KVA). Die Folge: Die KVA-Schlacke enthält gleich viel Gold wie Golderz, das in Minen abgebaut wird.

Erzberg

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Pures Gold aus Abfall

3:17 min, aus Espresso vom 31.08.2012

Wie bringt man das Gold aus der Schlacke? Die Forschung läuft auf Hochtouren, auch an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Rainer Bunge, Leiter der Fachgruppe Rohstoffe und Verfahrenstechnik: «Wir sind mit Schweizer Firmen daran, das Gold aus der Schlacke zurückzugewinnen. Und wir sind schon recht weit mit diesen Projekten.»

250 Kilogramm pro Jahr

Eine Tonne KVA-Schlacke enthalte 0,5 bis 1 Gramm Gold. «Der Goldgehalt ist damit im oberen Bereich dessen, was heute als abbauwürdiges Erz gilt», sagt Rainer Bunge. Pro Jahr gelangen in der Schweiz rund 250 Kilogramm Gold in die Kehrichtverbrennung.

Einerseits sind es grössere Stücke wie Münzen oder Schmuck, die wohl nicht absichtlich im Kehricht landen, anderseits geht es um kleine Gold-Teile: Gold-Folien von Chip-Karten zum Beispiel oder Gold-Beschichtungen von elektronischen Bauteilen.

Vertrauliche Projekte

Wie die Gold-Rückgewinnung genau abläuft, verrät Rainer Bunge nicht: «Weil es hier um ganz innovative Entwicklungen geht und Patente hängig sind, sind wir an Vertraulichkeit gebunden.»

Ganz grundsätzlich arbeite man bei der Metall-Rückgewinnung aber immer mit jenen Eigenschaften, die das Metall von der Schlacke unterscheiden. Dazu gehört das spezifische Gewicht (beim Metall ist es höher) oder die elektrische Leitfähigkeit (Metalle sind leitfähig).