Autobahngebühren im Vergleich

Die Autobahnvignette kostet vielleicht bald 100 Franken. Zu teuer? Ein Vergleich mit anderen Ländern in Europa zeigt: Die Autoreise an den Strand kann mehrere Hundert Franken kosten. «Espresso» erklärt, wie Ferienreisende Autobahngebühren kalkulieren können.

Die Autoreise an den Strand kann teuer werden

Bildlegende: Die Autoreise an den Strand kann teuer werden Colourbox

Aktuell kostet die Vignette 40 Franken pro Jahr. Heute diskutiert der Nationalrat, wieviel Autofahrer künftig dafür bezahlen sollen. Der Bundesrat möchte neu 100 Franken verlangen, die Parlamentskommission schlägt 70 Franken vor. Beide Varianten stellen eine deutliche Preiserhöhung dar.

Aber ist das wirklich teuer? «Espresso» hat den Vergleich mit dem Ausland gemacht. Zum Beispiel mit einer Autoreise von Bern in die Badeferien nach Altea, an die Costa Blanca in Spanien.

300 Franken Gebühren für eine Fahrt nach Spanien

Die ersten Gebühren fallen in Frankreich an: Die rund 600 Kilometer Autobahnfahrt durch die Grande Nation kosten ca. 75 Franken. Dann sind die Gebühren für die spanischen Autobahnen fällig: Bis nach Altea sind es noch einmal 75 Franken. Das heisst: Die Autobahngebühren für die Strecke Bern - Altea und zurück kosten total rund 300 Franken. Nicht eingerechnet sind die 40 Franken für die Schweizer Autobahnvignette. Dazu kommen noch etwa 300 Franken Benzinkosten. Das geht ganz schön ins Geld!

Ein weiteres Beispiel: Die Autofahrt von Bern nach Krk an der kroatischen Adriaküste und zurück, das sind rund 1800 Kilometer. Hier bezahlen die Auto-Urlauber 115 Franken. Speziell an diesem Beispiel: In Slowenien ist man nur rund 30 Kilometer auf der Autobahn unterwegs und muss dennoch 18 Franken für eine Vignette bezahlen.

Vignetten im Ausland teilweise massiv teurer

18 Franken erscheinen im ersten Moment zwar günstig, jedoch gilt diese Vignette nur für eine Woche. Für einen Monat kostet sie bereits 36 Franken, für ein Jahr sogar 114 Franken. Das gleiche Prinzip gilt auch in Österreich. Hier kosten 10 Tage knapp 10 Franken, ein Jahres-Pickerl 93 Franken. Also deutlich mehr als aktuell in der Schweiz.

Die einzelnen Länder handhaben ihre Autobahngebühren sehr unterschiedlich. Deutschland, Holland und Belgien verlangen beispielsweise keine Abgaben. Auch Dänemark und Schweden kennen keine Autobahngebühren, jedoch müssen Reisende für die Nutzung einzelner Brücken und Tunnels bezahlen. Die Tunnelbrücke über den Öresund zwischen Kopenhagen und Malmö kostet für einen Weg zum Beispiel beinahe 50 Franken.

Vor der Abreise Gebühren berechnen

Damit man bei der Fahrt in die Ferien keine bösen Überraschungen erlebt und mit leerem Portemonnaie am Stand ankommt, sollte man sich vorher informieren.

Angaben zu den jeweiligen Autobahngebühren finden sich im Internet. Die Routenplaner von TCS, ACS und Via Michelin berechnen die Autobahngebühren mit. Auch der Routenplaner des deutschen Automobilclubs ADAC weist die Gebühren aus. Zudem werden sie dort noch nach Land separat aufgelistet und der User findet Informationen zu den Strassengebühren in verschiedenen Ländern.