Bahnfahren: Schweiz Meister, Lettland Schlusslicht

Die Schweiz bleibt Weltmeister im Bahnfahren: 2012 haben Schweizerinnen und Schweizer im Durchschnitt 2274 Kilometer mit dem Zug zurückgelegt. Auf dem letzten Platz in Europa liegt Lettland. Dort fährt man besser und bequemer mit dem Bus, heisst es beim Schweizer-Verein Baltikum.

Tram

Bildlegende: Tram in Riga, Lettland. Keystone

Was lettische Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer in einem ganzen Jahr zurücklegen, schaffen Schweizerinnen und Schweizer in einer einzigen Woche: 40 Bahnkilometer.

«Die meisten Leute in Lettland fahren nicht gerne Zug», sagt Hans-Peter Pletscher, Vizepräsident des Schweizervereins Baltikum. Er lebt seit 10 Jahren in Lettland.

Ungemütlich und langsam

In lettischen Zügen sei es eher kalt, es rieche unangenehm und sei ungemütlich, so Pletscher. Ausserdem seien die Züge langsam: «Für eine 60 Kilometer lange Strecke braucht der Zug eineinhalb Stunden.»

Für die Reise durch die Staaten des Baltikums empfiehlt Hans-Peter Pletscher den Bus: «Die Busse sind schnell und günstig, und das Netz ist gut ausgebaut.» Oder wie es im Reiseführer von «Marco Polo» heisst: «Busse fahren in Lettland fast überall hin.»

Japan auf Platz 2

Auf der Weltrangliste der Bahnkilometer liegt hinter der Schweiz Japan mit durchschnittlich 1912 Kilometern pro Kopf und Jahr. Platz drei geht an Dänemark mit 1365 Kilometern.

Diese Zahlen hat Litra, der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr, publiziert. Litra bezieht sich dabei auf Zahlen des internationalen Bahn-Verbandes UIC.