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Umwelt und Verkehr Billett-Wirrwarr: «Pro Bahn» stellt Forderungen an Bund

Am Automaten das richtige Billett zu kaufen ist nicht immer ganz einfach. «Espresso» und «Kassensturz» haben über Verständnisprobleme bei neuen Tarifzonen berichtet. Die Organisation Pro Bahn fordert jetzt stellvertretend für alle ÖV-Kunden mehr Klarheit.

Geschäftsmann steigt in einen Intercityzug ein.
Legende: Bei den SBB-Dienstleistungen gibt es noch Verbesserungspotential. SBB

Fast niemand mehr weiss, wie man an den komplizierten Automaten das richtige Billett löst. Das vor allem wegen der neuen Tarifzonen. «Espresso» und «Kassensturz» hat Beispiele aufgezeigt.

Die Organisation «Pro Bahn» möchte nun etwas unternehmen und hat am Wochenende einen Beschluss gefasst. Im «Espresso»-Studio erklärte nun Präsident Kurt Schreiber, dass es vor allem darum geht, die Bedienung der Automaten zu vereinfachen. «Das Zielort muss am Automaten angegeben werden. Und wenn es verschiedene Reisewege zum Zielort gibt, dann soll der Automat mir sagen, welche das sind.» Schliesslich soll auch der Begriff PAG (Postauto AG) verschwinden, denn niemand wisse, was das heisst. «Wir können heute auf den Mond fliegen», sagt Kurt Schreiber, «dann muss es doch möglich sein, einen Automaten so zu programmieren, dass man ohne Probleme zum Beispiel von Winterthur nach Rapperswil fahren kann.»

«Schnoddrige Reklamationsbehandlung» 

«Pro Bahn» stört sich aber noch an einem weiteren Punkt: Nämlich wie die SBB mit Kunden-Reklamationen umgeht. In diesem Zusammenhang fordert die Organisation, dass mehr Augenmass angewendet wird. Kurt Schreiber präzisiert: «Die SBB soll auf die Anliegen ihrer Kunden eingehen und sich nicht nur auf Gesetzesbestimmungen beziehen.» Öfters werde den Kunden mitgeteilt, dass keine weitere Korrespondenz stattfinde, anschliessend würden Rechnungen oder sogar Betreibungen verschickt. «Das ist keine Reklamationsbehandlung, das ist einfach nur schnoddrig. Und das darf nicht sein.»

«Pro Bahn» ist zuversichtlich

Kurt Schreiber ist überzeugt, dass diese Resolution von «Pro Bahn» bei ihrer Empfängerin – Bundesrätin Doris Leuthard – nicht auf unfruchtbaren Boden stossen wird. Das Ziel ist für den Präsidenten auf jeden Fall klar: «Die SBB muss kundenfreundlicher werden, der Kunde muss Kunde sein und nicht als Krimineller behandelt werden.»

Dass die Umprogrammierung der Billett-Automaten nicht von heute auf morgen realisierbar ist, dass weiss auch Kurt Schreiber. Ihm würde vorerst reichen, wenn immerhin Anstrengungen erkennbar sind.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Wyssmann, derendingen
    Es kommt noch so weit, dass Fahrkarten nur noch über das Internet bestellt werden können und mit Kreditkarten bezahlt. Ich werde niemals eine Kreditkarte anschaffen und überdies beziehe ich meine Fahrkarten nur noch bei BLS- und RBS-Schaltern. - Ueberigens wird in den SBB-Chefetagen geplant, dass Fahrkarten nur noch für eine spezielle Fahrverbindung herausgegeben werden solllen... So weit kommt es noch, wenn wir uns nicht wehren!
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  • Kommentar von Sandro Keller, Zürich
    Nicht nur die Automaten sind in Sachen Bedienerfreundlichkeit eine Katastrophe. Auch die SBB-App, wo man die Billette kaufen kann, ist total nervig. Zum Beispiel: Ich will von Brugg nach Zürich. Dann wähle ich im Fahrplan die Verbindung aus, dort steht auch das genaue Gleis, Abfahrtszeit und Ankunftszeit, jedoch, wenn man das Ticket kaufen will, dann erscheinen wieder alle Optionen mit irgendwelchen unsinnigen via-Verbindungen. Wirklich eine Qual!
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  • Kommentar von Doris Gabler, Gempen
    Ich bin von A via Sargans nach Zürich gefahren und wollte über Frick nach Basel weiter. Der Zug hatte 30' Verspätung - damit war der erlaubte Anschlusszug (mit Halt in Frick, wegen dem U-Abo) weg. Da nahm ich einen anderen Zug nach Basel und bekam eine Busse, wegen Fahrens ohne gültigen Fahrausweis. Ich sass nur im falschen Zug, wegen der Verspätung der SBB. Es darf doch nicht wahr sein, dass ich zu dieser Verspätung nochmals 50' warten oder die gleiche Strecke ein 2. Mal zahlen muss.
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