Buchkauf: Recyclingpapier ist am besten

Wer mit möglichst gutem Gewissen Bücher kaufen will, achtet auf das FSC-Label. Und dieses findet sich in immer mehr Büchern: Die Verlage hätten hier in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht, meint die Umweltorganisation WWF im Konsumentenmagazin «Espresso».

Die aktuellen Lieblingsbücher der Schweizerinnen und Schweizer zeigen es deutlich: Das FSC-Label gehört bei Bestsellern zum Standard. Ob «Kinder der Freiheit» von Ken Follett, «Erwartung» von Jussi Adler Olsen oder «Der Rosie-Effekt» von Graeme Simsion, alle sind mit dem FSC-Label versehen.

Das Label steht für Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Auf Papier bedeutet das Label, dass das Holz, welches für die Papierherstellung verwendet wurde, aus einem FSC-zertifizierten Wald stammt.

Auf das FSC-Label achten

Zwar wird das FSC-Label von Umweltverbänden wie Greenpeace oder WWF immer wieder kritisiert, da es ihnen in gewissen Punkten zu wenig weit geht. Gleichzeitig empfehlen die Verbände ausdrücklich, beim Buchkauf auf das Label zu achten.

Simone Stammbach, Projektleiterin Wald bei WWF Schweiz sagt dazu: «FSC steht für sozial und ökologisch gute Waldbewirtschaftung. Das Label ist zwar nicht perfekt, aber es ist derzeit das einzige strenge und wirklich wirksame Label auf dem Markt.»

Diogenes-Bücher ohne Label

Nicht ganz einfach macht es den Konsumentinnen und Konsumenten der Diogenes-Verlag: Dieser verzichtet aus gestalterischen Gründen darauf, das Label auf oder in die Bücher zu drucken.

«Wir wollen das Impressum in unseren Büchern möglichst schlank halten und verzichten darum auf Labels», sagt Ruth Geiger, Kommunikationsverantwortliche bei Diogenes. «Aber selbstverständlich sind alle unsere Bücher auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt.»

Der WWF, der den Konsumentinnen und Konsumenten empfiehlt, auf das FSC-Label zu achten, bedauert diese Unternehmenspolitik und spricht von einer verpassten Gelegenheit.

Bemühungen der Umweltverbände tragen Früchte

Insgesamt setzen die Verlage heute mehr auf FSC-zertifizierte Produkte: «Vor fünf Jahren haben erst vereinzelte Verlage konsequent auf FSC gesetzt – heute sind das deutlich mehr», sagt WWF-Waldexpertin Simone Stammbach.

Und auch Dani Landolf, Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes, beobachtet, dass Verlage heute zum Teil «bis zu 100 Prozent auf FSC-Papier drucken». Landolf begrüsst diese Entwicklung: «Das Papierbuch soll ein nachhaltiges Produkt sein, das man mit gutem Gewissen zu Hause ins Bücherregal stellen kann.»

Das beste Gewissen kann übrigens haben, wer Bücher aus 100 Prozent Altpapier kauft. «Der Verbrauch von Wasser, Holz und Energie ist bei der Produktion von Recyclingpapier deutlich geringer als bei der Herstellung von Frischfaserpapier», so Sabine Stammbach vom WWF.

«Holzfreies» Papier

Im Zusammenhang mit nachhaltiger Papierproduktion hört man oft den Begriff «Holzfreies Papier». Für dieses wird in einem chemischen Verfahren ein Bestandteil aus dem Holz gelöst, damit das Papier nicht so schnell vergilbt. Umweltverbände kritisieren, dass dieser Prozess die Umwelt erheblich belaste – «holzfrei» sei ein irreführender Begriff.