Bussen im Ferienland: Andere Länder, andere Tarife

Es lohnt sich zu wissen, welche Regelverstösse in einem Ferienland besonders scharf geahndet werden. Einige Vergehen werden im Ausland viel härter bestraft.

Es war für viele Schweizer Automobilisten eine böse Überraschung: Nach dem Zoll wurden sie von italienischen Polizisten angehalten und gebüsst, wenn der CH-Kleber auf dem Autoheck fehlte.

Der ovale Kleber ist zwar in Italien Pflicht, nur hat das weder die Polizei in Italien noch in anderen Ländern durchgesetzt. Die Bussen gingen gemäss Zeitungsberichten bis 335 Euro.

Auch in allen anderen EU-Ländern muss der Kleber aufs Auto. So will es das Gesetz, obwohl fast alle Schweizer Autonummern ein rotes Kreuz tragen und die Herkunft des Autos einfach sichtbar ist.

350 Euro für Fahren ohne Gurt

Es gibt je nach Land weitere Bestimmungen, wie ein Auto ausgerüstet sein muss. So ist in Italien eine Warnweste obligatorisch, in Kroatien ein Erste-Hilfe-Koffer, in Russland sogar ein Feuerlöscher.

Der Touring-Club Schweiz (TCS) für jedes Land separat zusammengestellt, wie einreisende Autos ausgestattet sein müssen. Ebenfalls sind die Höchstgeschwindigkeiten aufgeführt.

Andere Länder, andere Sitten: Das gilt auch bei den Bussen. Eine Bussenliste des deutschen ADAC gibt eine Übersicht über Bussenbeträge für verschiedene Verkehrssünden in Europa.

  • Wer in Norwegen 20 Stundenkilometer zu schnell fährt, wird mit mindestens 480 Euro gebüsst. Wer «ein Rotlicht überfährt» oder unerlaubt überholt, bezahlt 700 Euro. Das ist das Zehnfache der Busse von Grossbritannien oder Österreich.
  • Erwischt die Polizei einen Fahrer mit Handy am Steuer, kassiert sie 100 Franken. In Holland, Spanien und Dänemark wird der gleiche Verstoss mit 200 Euro gebüsst.
  • In Griechenland wird es richtig teuer, ohne Gurten zu fahren: Das Vergehen wird mit 350 Euro geahndet. Zum Vergleich: In der Schweiz ist die Busse gerade mal 50 Franken.

Fahren und Alkohol

Für viele Ferienreisende gehört es dazu, auswärts zu essen und ein Glas Wein dazu trinken. Da die Promillegrenzen unterschiedlich sind, lohnt es sich auch hier, die Gepflogenheiten im Reiseland zu kennen.

  • In einigen Ländern im Norden und Osten Europas sind die Promille-Grenzen tiefer als 0,5 Prozent: 0,2 Promille in Schweden, Norwegen, Estland, Polen, 0,3 Promille in Serbien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina.
  • Gar keinen Alkohol im Blut tolerieren die Slowakei, Ungarn und Rumänien.
  • Nur Grossbritannien und Malta erlauben 0,8 Promille.

Zu viel Alkohol im Blut wird sehr unterschiedlich bestraft: Während die Bussen Griechenland (ab 80 Euro) oder Kroatien (ab 80 Euro) milde sind, wird es in Spanien (ab 500 Euro) und Norwegen (ab 670 Euro) so richtig teuer. Die Bussen in der Schweiz gehören zu den höchsten (ab 485 Euro bzw. 600 Franken).

Haben Sie Erfahrungen mit Verkehrsbussen im Ausland gemacht? Schreiben Sie uns espresso@srf.ch

«Ferien ohne Ärger»

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