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Umwelt und Verkehr Crevetten sind kaum mit gutem Gewissen geniessbar

Katastrophale Arbeitsbedingungen auf thailändischen Fischkuttern und in Fabriken, wo Crevetten geschält werden. Zudem Umweltzerstörung bei der Crevetten-Zucht und Wildfang. Die Probleme sind zu gross, als dass man Crevetten bei uns mit gutem Gewissen essen könnte, sagen Umwelt-Organisationen.

Legende: Audio Crevetten: Kaum mit gutem Gewissen geniessbar abspielen. Laufzeit 03:43 Minuten.
03:43 min, aus Espresso vom 09.02.2016.

Bei der Crevetten-Produktion liegt einiges im Argen. Dies zeigen folgende Beispiele:

  • Für Crevetten-Zuchten werden Mangroven-Wälder abgeholzt.
  • In den Zuchten werden im Übermass Antibiotika eingesetzt. Diese gelangen in die Umwelt und in die Crevetten.
  • Für ein Kilo Crevetten braucht es in der Zucht vier Kilo Fischmehl als Futter.
  • In tropischen Gewässern sind die Crevetten-Bestände generell überfischt.
  • Schleppnetze zerstören beim Crevetten-Wildfang den Meeresboden auf Jahre hinaus.
  • Beim Wildfang kommen auf ein Kilo Crevetten neun Kilo sogenannter Beifang.

Greenpeace und Fair-Fish gegen Crevetten-Konsum

Wegen all dieser Probleme raten die Tier- und Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Fair-Fish generell davon ab, Crevetten zu essen. Wer nicht verzichten wolle, solle wenigstens Crevetten mit Bio-Label kaufen. Greenpeace-Sprecher Yves Zenger empfiehlt auch Crevetten aus kleinen Fischereibetrieben im Nordostatlantik.

Weniger drastisch fällt die Empfehlung des WWF aus. Crevetten mit Bio- oder ASC-Label könne man mit gutem Gewissen essen, sagt WWF-Sprecherin Corina Gyssler. Diese Label würden auch soziale Standards beachten und die ganze Produktionskette müsse zurück verfolgbar sein. Auch MSC-Crevetten aus Wildfang sind für den WWF empfehlenswert.

Uneinigkeit bei Fisch-Labeln

Greenpeace und Fair-Fish beurteilen das MSC-Label dagegen kritischer. Es sage nichts aus über die Arbeitsbedingungen, achte nicht auf das Tierwohl und lasse auch Fangmethoden zu, die nicht nachhaltig seien.

Bei den Labeln für Fische und Meeresfrüchte sind Umwelt- und Tierschutzorganisationen also uneinig. Unabhängig vom Label rät Fair-Fish zurzeit von Crevetten aus Thailand ab.

Der Grund sind Berichte über die Zustände auf thailändischen Fischkuttern und in Fabriken wie jüngst in der «Sonntagszeitung».

Bianca Miglioretto, Co-Geschäftsführerin von Fair-Fish sagt: «Bevor sich bei diesen Arbeitsbedingungen nichts geändert hat, rate ich vom Kauf ab.» So könne man wenigstens sagen: «Diese Crevetten sind nicht unter sklavenähnlichen Bedingungen gefangen oder geschält worden.»

Salmonellen in Crevetten: «Leckerbissen» aus der Kloake

Crevetten von Schweizer Grossverteilern sind mit Salmonellen und Fäkalbakterien verseucht. Das zeigen Laboruntersuchungen im Auftrag von «Kassensturz». Die unappetitlichen Befunde sind eine Folge der unhygienischen Massenproduktion in Asien.«Kassensturz» geht vor Ort. Zum Artikel

Legende: Video Salmonellen in Crevetten: «Leckerbissen» aus der Kloake abspielen. Laufzeit 07:47 Minuten.
Aus Kassensturz vom 10.09.2013.

Label-Übersicht

Label-Übersicht

Je nach Art ist der Fang oder auch die Zucht von Fisch umweltbelastend. Eine Übersicht über die Umwelt-Labels für Fisch.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Spahni, Zürich
    Meine Eltern und ich wurden auch ohne Crevetten gross, stark und leistungsfähig. Dafür kam mal eine Blutwurst mit Sauerkraut und Kartoffeln auf den Tisch. Es braucht dieses Getier nicht wirklich!!
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    1. Antwort von Bernd B., Basel
      Muss hier mal wieder jemand das eine gegen das andere ausspielen. Blutwurst ist ekelhaft.
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  • Kommentar von Angel Keller, Sirnach
    Importierte Lebensmittel egal welcher Art sind bedenklich. Die Umwelt, und die Tierwelt werden schonungslos ausgebeutet. Raubbau total. Kranke Böden, Meer- und Wasserverschmutzung Asien ist besonders schlimm. Abholzung der Wälder, Boden- und Meerverschmutzung. Überall werden nur noch Verwüstung und Kloaken hinterlassen. Das wird diesen Mensch und uns allen noch teuer zu stehen kommen. Mehr Achtung vor der Natur wäre angebracht. Es ist einfach traurig was man täglich zu hören und sehen bekommt.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Es geht auch ohne! Sogar besser ohne diese Rückstände wie Schwermetalle, Antibiotika usf im Körper. Das jährliche Wachstum der Weltbevölkerung entspricht ungefähr jenem der CH, gegen 1.2%. Krank und widernatürlich! Und es muss sich keiner einbilden, dass bei solch weltweit uneingeschränkt übertriebenem Konsum tierischer Erzeugnisse überhaupt noch fair für Tiere und Umwelt gejagt, gezüchtet, gefüttert, gehalten oder geschlachtet werden kann. Die Regel bestätigt die absolute Ausnahme!
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