Der Reise-Ombudsmann zieht Bilanz

Bevor Reise-Ombudsmann Beat Dannenberger Ende Jahr in Pension geht, zieht er bei «Espresso» Bilanz: Weil Reisen heute kurzfristiger gebucht werden, steige die Fehlerquote bei Buchungen.

Beat F. Dannenberger Ombudsman der Schweizer Reisebranche

Bildlegende: Beat F. Dannenberger, Ombudsman der Schweizer Reisebranche. zvg

«Die schönsten Fälle jene, bei denen wir eine Lösung herbeiführen konnten, die für alle Seiten befriedigend war», sagt der abtretende Reise-Ombudsmann Beat Dannenberger. Nahe seien ihm hingegen jene Situationen gegangen, als er machtlos war.

Familie verwechselt Namen

Ein Beispiel aus Dannenbergs Praxis: «Eine welsche Familie buchte ihre Reise auf einer Deutschen Plattform und verwechselte beim Ausfüllen der Formulare Vor- mit Nachnamen.»

Da die Familie kein Deutsch sprach, bemerkte sie ihren Fauxpas nicht. Die Fluggesellschaft verweigerte darauf den Zutritt zum Flugzeug, die Reise fiel ins Wasser. Mehrere tausend Franken gingen so verloren.

«Ein weiterer Klassiker sind Sepp und Trudi, die ihre Tickets buchen, in ihren Pässen aber Josef und Gertrud heissen», erzählt der Reise-Ombudsmann. Auch hier sei man machtlos und könne für die Betroffenen meist nichts mehr erreichen.

Vorbereitung ist alles

Müsste Beat Dannenberger den Reisenden nach seiner siebenjährigen Amtszeit einen wichtigen Tipp geben, dann dieser: «Informieren Sie sich vor der Reise im Internet oder beim Reisebüro genau. Hotel, Fluggesellschaft, Angebot vor Ort – all diese Dinge müssen mit Ihren Wünschen übereinstimmen.»

Wer Rambazamba suche, solle nicht in ein Wellness-Hotel, und umgekehrt.

Dass seinem Nachfolger Franco Muff die Arbeit ausgehen könnte, das glaubt Beat Dannenberger nicht. Die Reisen würden heute viel kurzfristiger gebucht.

«Früher organisierte man eine Reise sechs bis neun Monate im Voraus, heute bucht man je nachdem erst zwei Wochen vorher. » Durch diese Hektik käme es zu mehr Fehlern und Missverständnissen.