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Umwelt und Verkehr Ein Bauer zieht Bilanz nach Umstieg auf Bio

Die Nachfrage nach biologisch produzierten Produkten steigt. Auch die Zahl der Bio-Betriebe nimmt zu. «Alte Hasen» im Biolandbau sind Esther und Ruedi Vögele aus Neunkirch (SH). Den Umstieg vor zwölf Jahren bereuen sie nicht.

Legende: Audio «Ein Bauer zieht Bilanz nach Umstieg auf Bio» abspielen. Laufzeit 5:50 Minuten.
5:50 min, aus Espresso vom 19.10.2015.

«Bio hat mich sehr verändert», erzählt Esther Vögele in ihrem Garten. Sie nehme hier die Vögel, die Schmetterlinge und ihre Blumen viel bewusster wahr als früher. Und sie sei ruhiger geworden.

Auch Bauer Ruedi Vögele (54) trauert dem konventionellen Anbau nicht nach. Wenn schon bedaure er, dass er den Schritt nicht schon früher gemacht habe. Er sei zufriedener, und es bleibe erst noch mehr im Portemonnaie zurück, fasst Vögele zusammen.

Rinderwahnsinn beschleunigte Umstieg

Als Vögeles den Bauernhof 1992 übernahmen, war es ein konventioneller Mastbetrieb mit Ackerbau. Mit der Tierseuche BSE nahm in den 90er-Jahren der Druck auf die Fleischhersteller zu. Die Familie entschied sich umzusteigen. Als schon im ersten Sommer, der als Hitzesommer 2003 in die Geschichte einging, die Kartoffeln auch ohne Chemie spriessten, war ihre anfängliche Skepsis verschwunden.

Bauer Vögele schätzt vor allem, dass er seine Ware jetzt problemlos verkaufen kann. Denn die Nachfrage nach Bioprodukten übersteige das Angebot bei weitem. Neben Mutterkühen und einer Schweinezucht betreiben die Vögeles Ackerbau tätig und zunehmend auch Gemüseanbau («früher undenkbar im Klettgau»). Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Randen und erstmals auch Sellerie erzielen gute Preise auf dem Markt.

Nur noch Bio

Heute ernähren sich Esther und Ruedi Vögele nur noch biologisch. Der Garten wurde zum Bio-Biotop ausgebaut, wo Enten, Hühner, Hund und Katze zwischen Blumen und Sträuchern Platz finden.

Ruedi Vögele engagiert sich in den Bio-Verbänden, als Co-Präsident des Biobauern-Vereins Zürich-Schaffhausen und bei Bio Suisse. Ausserdem begleitet Ruedi Vögele jene Bauern, die aktuell am Umsteigen sind: «Gestandene Biobauern müssen Gas geben, um den Neuen noch nachzukommen. Denn die sind bereit, Neues auszuprobieren. Die Bio-Welt entwickelt sich ständig weiter.»

Bio vs konventionell

Bio vs konventionell

«Espresso» und «Kassen- sturz» vergleichen Bio-Food mit konventionellen Lebens- mitteln. Hier geht's zur Übersicht

7 Kommentare

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  • Kommentar von Meier Bruno, Quarten
    Auch Giftstoffe in Bio Produckten, hätte man nicht zuerst Bio Testen sollen ? ( für Urin Proben ) oder über eine längere Zeit Messungen machen sollen ? Zeit abstand ist doch zu kurz bemessen. Rückstände brauchen sicher länge für den abbau im Körper.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    "Die Nachfrage nach Bioprodukten steigt" Wo ist die Nachfrage gestiegen, beim Direktbezug, in Metzgereien? Das Angebot bei Grossverteilern ist nämlich zurückgegangen. Begründung: kaum Nachfrage. Abgesehen von Wurstwaren muss, jedenfalls hierherum, Biofrischfleisch beim Migros vorbestellt werden, Biopoulet gibts gar keines mehr. Und beim COOP hängt Fischfleisch auch nur dünn+folienverpackt in Regalen. Selber beziehe ich seit vielen Jz Tierisches zu meiner Zufriedenheit direkt von reg.Biohöfen.
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    1. Antwort von Leo Schmid, Bern
      Schön dass sie alles lokal einkaufen. Stellen Sie sich aber vor ganz Bern und Umgebung macht es ebenso. Alle fahren (Auto, Velo, öV) zum nächst gelegenen Biohof um ihre Einkäufe zu tätigen. Das Angebot käme in der ersten halben Stunde zum erliegen und gerade ökologisch wäre das Verhalten auch nicht. Also lasst die Grossverteiler in Ruhe, sie erfüllen in dieser Hinsicht eine nicht zu ersetzende Aufgabe.
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      L. Schmid, warum informieren Sie sich nicht? Auf der Seite Bio Suisse ist doch alles genau angegeben. Noch nie etwas von Märkten gehört? Biobauern sind dort auch anzutreffen. Sie verkaufen dort Tierisches und Pflanzliches. Ausserdem gibt es in jeder Stadt und auch zunehmend auf dem Land Biometzgereien und drittens liefern sowohl Bauern als auch Metzgereien nach Hause.
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      L. Schmid, warum informieren Sie sich nicht? Auf der Seite Bio Suisse ist doch alles genau angegeben. Noch nie etwas von Märkten gehört? Biobauern sind dort auch anzutreffen. Sie verkaufen dort Tierisches und Pflanzliches. Ausserdem gibt es in jeder Stadt und auch zunehmend auf dem Land Biometzgereien und drittens liefern sowohl Bauern als auch Metzgereien nach Hause.
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  • Kommentar von U. Krasser, Hagendorn
    Die Gift-Keule der Agro-Chemie gefährdet langfristig unsere Lebensgrundlagen (weltweit!) und füllt einzig die Taschen der Aktionäre. Schön, wenn alle Bauern und Konsumenten endlich erwachen und bio bevorzugen.
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    1. Antwort von Markus Schäfer, Hagendorn
      Die gestrige Espresso-Sendung zeichnete ein völlig falsches Bild von der Schweizerischen Landwirtschaft und dem Bio-Landbau. "Konventionelle" Bauern gibt es in der CH praktisch nicht mehr. Es gibt heute Bio- und IP-Produzenten (IP=Integrierte Produktion). Auch Letztere produzieren nach strengen Richtlinien (z.B. ausgewogener Nährstoffkreislauf). Und auch im Bio-Landbau ist Dünger und (z.T. hochgiftige) Spritzmittel erlaubt. Die Liste mit den zugelassenen "Hilfsmitteln" ist lang.
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